Die Weltsicht der Veden

Das geltende Geschichts-Verständnis geht von einer zielgerichteten Vorwärts-Entwicklung vom Steinzeit-Menschen zum modernen Homo-Sapiens Sapiens als momentanen Gipfelpunkt aus. Diese Vorstellung hat sich so sehr in unser Denken eingeprägt, dass wir schon gar nicht mehr auf die Idee kommen, sie in Frage zu stellen. Dies könnte allerdings ein Fehler sein.

Giorgio de Santillana, früherer Professor für Wissenschaftsgeschichte am Massachusetts Institute of Technology (MIT) schrieb in seinem wegweisenden Werk “Hamlet’s Mill“, dass die meisten alten Kulturen glaubten, Geschichte und Bewusstsein entwickelten sich nicht linear, sondern zyklisch, mit sich wiederholenden Auf- und Abwärts-Perioden. Taktgeber dafür sei die Kreiselbewegung der Erde von rund 27.500 Jahren, die sogenannte “Präzession” oder “Das große Jahr“. [Weiterlesen]

Offenbar gibt es mit der Länge eines Welt-Zyklus Unstimmigkeiten – er reicht von 24.000 Jahre bis 27.500 Jahre. Aber das ist eher als untergeordnet zu betrachten. Für normal bzw. materialistisch denkende Menschen muss so eine Vorstellung als völlig widersinnig erscheinen. Ich sehe “die Welt” aber als virtuelle Erscheinung – und da wären zyklische Durchläufe zur Weiterentwicklung durchaus vorstellbar. In der IT gibt es das auch: in Form der zyklischen Entwicklung von Software.

Unendlicher Fluss von Fluktuationen

Nur noch ein unendlicher Fluss selbst-erfahrender, energetischer Fluktuationen – kein Ich-Gefühl, kein Subjekt, kein Objekt, kein Innen, kein Außen. Es gibt nicht einmal mehr unterschiedliche Kanäle – Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen, Denken – das alles ist in einem einzigen Fluss vereint.

Glückseligkeit in den Wahrnehmungen

Glückseligkeit ist nicht im Inhalt der Wahrnehmung zu finden, zB durch etwas besonders  Schönes – sondern im Wahrnehmungs-Vorgang bzw der Gewahrung selbst.

Wenn zB ein gewöhnliches Geräusch (Vogel oder Auto) auftaucht und es wird direkt und tief hinein gefühlt – dann wird bei entsprechender Fühlfähigkeit plötzlich am Ort der Geräusch-Entstehung (Vogel oder Auto) ein äußerst intimes Gefühl gespürt, das sich schirm- oder blasenartig um das Geräusch herum zu einer Art “wohligem Glühen” ausdehnt.

Wenn das bewusst gefühlt wird, dehnt es sich nahezu sofort auf alle anderen Wahrnehmungen aus und sämtliche anderen Wahrnehmungs-Impulse (Körpergefühle, Atemgeräusch, etc.) erscheinen ebenfalls als dieses wohlige, intime Glühen. Dann gibt es keine Trennung mehr, kein Innen, kein Außen, keinen Seher und kein Gesehenes – das alles wird in der Intimität der Empfindungen ausgelöscht.

Es geht hierbei nicht um “besondere” Wahrnehmungen – sondern um das Besondere und bisher nicht Gesehene / Gefühlte in den normalen Wahrnehmungen. Das betrifft natürlich auch die Wahrnehmung von Schmerzen – die nach wie vor da sind – aber ebenfalls dieses Wohlgefühl aufweisen.

Nahezu identische Gefühle tauchen auf, wenn sich das Bewusstsein über eine gewisse Grenze hinweg ausdehnt – aber das passiert nur dann, während die Grenze passiert wird oder wenn darauf geruht wird. Davor und danach ist das Gefühl nicht da. Gewahrung ist aber immer da – und sei es nur der Druck des Hinterns auf dem Stuhl – daher ist die Intimität der Gewahrungs-Glückseligkeit immer verfügbar.

Awakening | Equanimity Deep Dive

Ein tiefes Eintauchen in die Abgründe der Identität. Wann sind wir zu dem Schluss gekommen, dass das Leben so, wie es ist, nicht in Ordnung ist? Woher kommt die Illusion der Trennung? Wie finden wir Zugang zu dem Teil unseres Selbst, der scheinbar immer im Widerspruch zur Erfahrung steht? Würden Sie glauben, dass er immer bei Ihnen ist und nur darauf wartet, wahrgenommen zu werden? Ironischerweise finden wir, wenn wir mit dem Teil unserer Psyche in Kontakt kommen, der das Gefühl hat, immer auf die Realität reagieren und sie verändern zu müssen, gleichzeitig Zugang zu Frieden, Stille und unbewegtem Gleichmut.

Thoughts

Der Grundzustand oder natürliche Zustand des Minds, den Angelo hier beschreibt, ist der Zustand bevor ein Gedanke auftaucht. Dieser Zustand kann nicht hergestellt oder trainiert werden – er kann nur aufgesucht und gehalten werden. Wenn er nicht gehalten werden kann, dann liegt das nicht an diesem Zustand, sondern daran, dass derjenige nicht in der Lage ist, von den Gedanken Abstand zu nehmen.

Die lebenslange Konditionierung, sich mit dem Gedankenfluss zu identifizieren und alles mit Gedanken-Labeln zu versehen, führt offenbar bei den meisten Menschen dazu, dass der Grundzustand nur selten bewusst aufgesucht und kaum gehalten werden kann. Das ist aber kein Schicksal, das ertragen werden muss – es gibt geeignete Maßnahmen.

Das chaotische Dauerdenken wurde erlernt und kann daher auch wieder verlernt werden. Und jeder, der einmal dieses chaotische Quirlen analysiert hat, weiß, dass es sich dabei nur um geistigen Dünnschiss handelt. Oft nur fragmentarische Sätze, Worte, Gestammel, kreuz und quer, vor und zurück – ohne Sinn und Verstand.

So ein chaotischer Verstand hat keine Ruhe, keine Stille, keinen Frieden und keine Freiheit, tief zu denken. So ein Verstand ist wie eine Motorsäge, die momentan nicht benutzt wird und daher am Ablageort abgestellt wurde – die aber trotzdem mit Höchstdrehzahl läuft. Das macht Lärm und verbraucht Energie und Nerven.

Ich weiß noch, als ich vor etlichen Jahren zum ersten Mal die Stille und den Frieden erlebte, die vor den Gedanken sind. Das war so wunderbar, so erholsam, so schön, dass ich ab diesem Moment nichts unversucht ließ, um diesen Zustand dauerhaft leben zu können. Seit November 2014 ist das kein Thema mehr – der Verstand tut nur noch das, was er soll – ansonsten ist er still. So sollte jeder Verstand funktionieren – denn das ist seine natürliche Funktionsweise.

Das ist nicht ein Endzustand, das ist ein Anfang.

Gedankliches Abschweifen

Wenn immer wieder hartnäckiges, gedankliches Abschweifen bemerkt wird und der Gedankenstrom nicht abreißen will, dann kann folgendes getan werden:

  1. Sich komplett auf Geräusche (zB Vogelrufe), Bilder (Szenerie) oder andere Wahrnehmungen (zB das Gehen oder Atmen) zu konzentrieren und im jeweiligen Wahrnehmungsstrom verweilen. Wenn Gedanken dazwischen schießen, diese loslassen und zurück in die Wahrnehmung gehen. Siehe dazu auch dieses Video.
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  2. Die Zunge an den Gaumen legen, also oben etwas hinter die Zähne. Dabei geschehen zwei Dinge: Zum Einen verlagert sich das Bewusstsein an den Hinterkopf – zum Anderen wird der Gedankenstrom “gedimmt” – bzw. es erfolgt eine Ablösung vom Denken, denn Denken findet eher vorne statt. Das kann auch erreicht werden mit der Fingerhaltung Nr. 1 an beiden Händen (siehe Bild unten).
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  3. Alternativ kann eine Verlagerung des Bewusstseins-Ruhepunktes in den Bauch / Solarplexus stattfinden. Wer das nicht willentlich kann, der legt einfach an beiden Händen die Spitze des kleinen Fingers an die Daumenspitze an. (Bild Nr. 4) Das lenkt automatisch die Energieströme um und senkt den Bewusstseins-Fokus in den Unter-Bauch..

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