Transparenz und “Bunker-Gefühl”

Wenn der “Feld-Fokus” auf einen Bereich “außerhalb des Körpers” gerichtet ist, dann wird für eine gewisse Zeit vollkommene Transparenz und Offenheit erfahren. Nach einiger Zeit erfolgt aber so etwas wie “Greifen” und je nachdem, wo sich der Fokus befindet, zB in der Nähe des Kopfes, der Kehle, der Brust, des Bauches, wird dort eine Zone verdichteter Energie aufgebaut. Von “innerhalb” betrachtet, wirkt das wie ein undurchdringliches Gefängnis oder ein massiver Bunker.

Um die illusionäre Struktur des “Bunkers” zu durchschauen, muss der Fokus von dem “Bunker” gelöst werden und “außerhalb des Körpers” platziert werden. Zum Beispiel vor der Brust. Im gleichen Moment wird Transparenz, Weite, Drucklosigkeit, Offenheit, Freiheit erfahren – und zwar ohne jeden gedanklichen und emotionalen Inhalt, außer den taktilen Empfindungen des Körpers.

Einige Sekunden oder Minuten später, beginnt “etwas“, das momentan nicht direkt beobachtet werden kann – nur anhand seiner Aktion – einen “Bunker” in der Nähe des Ortes aufzubauen, auf dem der Feld-Fokus liegt. Sobald das geschieht, kann dieser “von außerhalb” aufgelöst werden, indem einfach darauf geschaut und erkannt wird, dass es sich um “das Gleiche” handelt, wie der offene, transparente Bereich.

Diesem “Greifen” oder “Bunkerbauen” scheint eine Angst zugrunde zu liegen. Momentan ist aber noch nicht klar, was das genau ist.

Das “Hier und Jetzt”

Einige Gedanken zu dem berühmt-berüchtigten “Hier und Jetzt“. Wenn ich einem normalen Menschen sage: “bleibe einfach im ‘Hier und Jetzt’ ” schaut der mich mit großen Kuh-Augen unverständig an und sagt: “Aber ich bin doch hier…

Natürlich ist er da bzw. “das Bewusstsein des Da-Seins” ist da – aber er erfährt das nicht, sondern hauptsächlich mentale Inhalte, die er als “ich” ansieht: Gedanken, Emotionen, Gefühle.

Da er verlernt hat, dass es auch noch andere Wahrnehmungen gibt, und er nicht einfach auf die mentale Ebene verzichten kann oder sie gar abschalten kann (außer sie schaltet sich von selbst ab), benötigt er erst einmal einen Anker.

Da gibt es verschiedene Elemente: Das Bewusstsein für

  1. die Präsenz (I Am, presencing)
  2. die Leere des Mind (Emptiness, Void)
  3. die Ausstrahlung oder Strahlkraft (Luminosity)
  4. den inneren Ton (Nada, das habe ich benutzt)
  5. den Atem an den Nasenlöchern
  6. den Hintern auf dem Stuhl
  7. den Füßen auf dem Boden
  8. den kinästhetischen Empfindungen des Körpers
  9. die Geräusche, zB Vogelzwitschern
  10. die Farben und Formen im Sehfeld
  11. etc.

Wer die ersten 3 Punkte erfährt, der braucht ziemlich sicher keinen Anker mehr – das ist das, was hier ununterbrochen da ist.

Jeder andere kann sich das Passende aussuchen und zB beim Spazierengehen oder immer darauf fokussieren bzw. daran festhalten. Es wird sicherlich eine geraume Zeit dauern, bis die Fähigkeit ausgebildet ist, mühelos an einem Anker festzuhalten, ohne abzuschweifen.

Aber irgendwann ist das vollkommen mühelos und dann kann begonnen werden, sich nicht mehr festzuhalten, also quasi “frei schwebend DA zu sein“. “Frei schwebend” ist allerdings nicht ganz richtig, denn dabei wirkt die “Präsenz” oder der “Wahrnehmungs-Strom” (Präsentations-Strom, presencing) als Anker.

Auch das wird eine geraume Zeit dauern. Aber wenn diese Fähigkeit, die eigentlich immer in Form der statischen “Bewusstheit” oder des “Gewahrseins” vorhanden ist, einmal erlernt wurde, so dass sie vollkommen mühelos immer da ist, also ohne “etwas zu tun” – dann ist das die Basis für die Fähigkeit, alles, was da ist, gleichzeitig zu gewahren. Das kann als “Hier und Jetzt” bezeichnet werden oder als “ununterbrochene Feld-Bewusstheit“.

So vorzugehen hat eine große Aussicht auf Erfolg und wird grundsätzlich in der Shamatah-Meditation so gemacht – allerdings im Sitzen. Von Meditation bin ich nicht besonders angetan – ich bin eher ein Freund davon, das ununterbrochen beizubehalten. Das mag am Anfang schwerer sein, weil es dabei mehr Ablenkungen als bei der Sitz-Meditation gibt. Aber wenn das konsequent durchgezogen wird, dann ist das Ergebnis immer da – wörtlich gemeint.

Ich habe jahrelang auf den inneren Ton (Nada) gelauscht, was letztlich zu einem Awakening führte, während dessen der gesamte “Verstand“, die “Psyche” und die “Identität” umgekrempelt wurden. Vorher waren viele “Stimmen” da, die ständig gegeneinander kämpften, nachher war das alles weg, gelöscht, genullt – statt dessen war eine tiefe Stille und Frieden da. Das war der Startpunkt, um die Natur der Realität ungestört zu erforschen.

Nisargadatta Maharaj sagt zum “Hier und Jetzt“:

  1. As you watch your mind, you discover your self as the watcher.
  2. When you stand motionless, only watching,
  3. you discover your self as the light behind the watcher.
  4. The source of light is dark, unknown is the source of knowledge.
  5. That source alone is. Go back to that source and abide there.
    Nisargadatta Maharaj, “I Am That” – pg 188

Sein oder Nicht-Sein

Wenn das Fühlen mit den Ursinnen längere Zeit benutzt wird, um die Struktur der Realität zu erkennen – und dabei versucht wird, jegliche Welt-Vorstellungen auszulöschen, dann wird letztlich eine Art “schwarzer Raum” oder Feld aus “schwarzem Licht” erkannt, was völlig bewegungslos ist und “in” oder “über” dem nur die wellenartigen und sich gegenseitig überlagernden “Wahrnehmungen” sind. Es geht auch noch weiter hinein aber jedes weitere “Hineingehen” zieht immer mehr Aufmerksamkeits-Energie vom “Er-Lebens-Feld” ab und macht ein Funktionieren zunehmend schwieriger.

Es ist durchaus möglich, durch weiteres Hineingehen in die Unpersönlichkeit und das Nicht-Sein, sich soweit emotional vom “Er-Lebens-Feld” zu entfernen, dass absolut nichts mehr “juckt” und “alles am Arsch vorbei geht“. Das war hier aktiv und kann jederzeit wieder aktiviert werden, dazu ist nur eine “Lage-Änderung” nötig.

Es wäre in diesem Extrem-Modus zB möglich, einem Massaker beizuwohnen, sich unberührt umzudrehen, weg zu gehen und nachts wie ein sattes Baby einzuschlafen. Das wirkt wie die Teflon-Beschichtung einer modernen Bratpfanne: Absolut nichts haftet. Das Erlebens-Gefühl dazu ist: “unbeweglich und unberührbar wie ein Berg, ohne Erinnerungen, Gedanken, Emotionen und Gefühle”.

Ich kann nicht genau beschreiben, wie die “Lage-Veränderung” funktioniert, nur wie es sich anfühlt: wie ein fast unmerkliches “inneres Verrücken” oder “inneres Zurück-Ziehen“. Wie eine Waage, die eine feine Balance zwischen “Sein” und “Nicht-Sein” hält – und dasjenige, dem sie sich mehr zuneigt, wird stärker “be-tont“. Sein = Berührt-Sein, Nicht-Sein = Unberührt-Sein.

Wenn sie bekannt sind, dann sind beide “Er-Lebens-Modi” jederzeit zugänglich und das Verhältnis der beiden Modi zueinander kann im Bruchteil einer Sekunde stufenlos “reguliert” werden. Es erscheint mir jedoch gesünder, nur einen leichten Kontakt zu halten mit dieser absolut unpersönlichen Nicht-Seins-Ebene und gleichzeitig hier zu funktionieren, Freude zu haben und auch mit der “sozialen Konstruktion” soweit verbunden zu sein, um darin mitzuwirken und auch Fehl-Entwicklungen zu erkennen.

Es gibt sehr empathische Menschen, die jeglichen Schmerz der Umgebung oder gar der ganzen Welt fühlen können – oder besser müssen. Das müsste hier auch möglich sein, dazu müsste “die Waage” auf das Extrem des absoluten “Berührt-Seins” geneigt werden. Aber wozu sollte das gemacht werden? Auch hier erscheint es praktikabler, eine gesunde Balance einzuhalten und weder in das Eine, noch das andere Extrem abzugleiten.

Im Mittelalter gab es Extremisten, die sich geißelten, um “in das Himmelreich” zu gelangen. Da dieses aber völlig unmöglich irgendwo anders sein kann, als genau “Hier und Jetzt“, muss ich da nicht mehr hin, denn da bin ich schon. Wenn man es sich klar überlegt, haben die Extremisten sich selbst “hier und jetzt” die Hölle bereitet, um in einer hypothetischen Zukunft, die nie eintreten wird, “in den Himmel” zu gelangen. Völlig Ver-rückt! So etwas richtet nur ein blinder Glaube an…

Religion und Staat fordern: “Sei unvermögend=arm und glaube blind was wir sagen
Selbst-Erkenntnis fordert:   “Sei vermögend=talentiert, glaube niemandem, erkenne selbst”

Die Ursinne

Das, was gestern hier beschrieben wurde, ist “kinästhetisches Fühlen“, das sich aus Tastsinn, Tiefen-Wahrnehmung und Gleichgewichts-Sinn zusammensetzt. Embryos spüren zB bereits ab der fünften Schwangerschaftswoche leichte Berührungen an den Lippen.

Dieses Fühlen ist damit so etwas wie der Ursinn oder ursprüngliche Sinn. Und das ist es auch, was hier überwiegend benutzt wird, um die Tiefen-Struktur dieser Realität zu er-fühlen. Es ist damit möglich das gesamte Feld auf einmal zu erkennen und zu erfassen.

Dieser Sinn kann durch Menschen, die nicht gewohnt sind, auf diese Weise bewusst zu fühlen, aktiviert werden durch Benutzung der Frage:

Wie fühlt sich das Lebendig-Sein jetzt an?

Wenn das immer wieder gemacht wird, dann führt das zu einer extremen Intensivierung des Fühlens selbst der profansten Wahrnehmungen, zB Wind auf der Haut, was letztlich “das Wahrnehmen” zu einem unglaublich lebendigen Erlebnis, werden lässt. Die Freude und das Wohlgefühl, das dabei entsteht, kann durch nichts getoppt werden. Das erzeugt ein Staunen über selbst die profansten Dinge und Ereignisse.

Das zu erleben braucht nichts Zusätzliches und kann von jedem Menschen erreicht werden – genau so, wie er jetzt ist. Es braucht lediglich den Willen, das zu erleben und die Ausdauer, die Aufmerksamkeit solange immer wieder darauf zu richten, bis es automatisiert ist.

Es ist ein “unschuldiges Fühlen“, das VOR der Interpretation des Verstandes-Mechanismus stattfindet und daher frei von Gedanken-induziertem, emotionalen Leiden ist. Es ist damit nicht möglich, zusammengesetzte Konstrukte wie “Baum” oder “Pferd” zu erkennen, sondern nur ursprüngliche Impulse, wie “Berührung, Wärme, Vibration, Strömen, Fallen, Lage im Raum” etc, die auch ein Regenwurm oder eine Amöbe fühlen kann.

Vielleicht ist es das, was mit: “Werdet wie die Kinder” gemeint war…

Direkte Wahrnehmung

Vor einiger Zeit habe ich angefangen, mit dem nachstehenden Satz zu experimentieren, um die Körperwahrnehmung zu intensivieren, die bei weit ausgedehntem Bewusstsein etwas in den Hintergrund gerückt ist.

Wie fühlt sich das Lebendig-Sein jetzt an?

Das bewirkt unmittelbar die Weitung des Aufmerksamkeitsfeldes über den gesamten Körper, so dass alle Körperwahrnehmungen inkludiert sind. Die Wahrnehmung ist dabei sehr direkt und führt zu einem “Springen der Aufmerksamkeit” auf jeweils den stärksten Reiz – ohne die anderen dabei aus dem Fokus zu verlieren.

Das wirkt wie ein Feuerwerk von teils nur “winzigen” Wahrnehmungen, die aber bei zunehmender Sensitivität sehr intensiv werden können. Das sind meistens so unbeachtete Wahrnehmungen, wie zB: Ein Schweißtropfen läuft über den Kopf nach unten, eine Fliege krabbelt über den Arm, ein Grashalm streift den nackten Unterschenkel, das linke Ohrläppchen juckt, eine Schnake sticht in den Hals – und so weiter. Das weitet sich später auch auf die anderen Sinne aus. Es ist zB durchaus möglich, auch das Sehen, Hören und Riechen etc. zu fühlen – zusätzlich zum eigentlichen Sinnesreiz.

Mit “direkt empfinden” ist nicht gemeint, etwas zu fühlen und dann zu denken: “Schweißtropfen läuft auf dem Kopf“. Damit ist gemeint, diese Empfindung direkt zu fühlen ohne irgendwelche Zwischen-Schritte, wie denken, sprechen oder imaginieren zu benutzen. Wenn jemand sich unvorhergesehen an einer Nadel sticht oder mit einem Messer schneidet, dann tut das spontan und unmittelbar weh. Dieser Moment des “Wehtuns” bzw. “Schmerz-Fühlens“, ist mit “direkt empfinden” gemeint.

Letztlich führt das direkte Fühlen dazu, die Wahrnehmungen zu genießen – egal um was es sich handelt. Das direkte  Fühlen der Wahrnehmungen führt auch dazu, dass bemerkt wird, dass es sich nicht um total verschiedene Sinne handelt – nur um unterschiedliche Ausprägungen, denn die gefühlten Empfindungen sind bei allen Sinneskanälen annähernd gleich.

Es ist zB möglich die einlaufenden Schallwellen im Ohr zu fühlen und gleichzeitig zu hören. Dabei werden eindeutig drei Anteile gefühlt: Die einlaufenden Schallwellen (original), die dabei auftretenden Druckänderungen im Innenohr (relativ) und die Geräusche (interpretiert). Dazu wird noch nicht einmal eine besondere Konzentration benötigt, nur eine Hinwendung zum Ohr – und die Auflösung muss natürlich sehr hoch sein.


Wenn das nicht funktioniert, weil die ablenkende Gedankentätigkeit zu stark ist oder sonstige Einflüsse stören, dann kann folgendes probiert werden: Im Sitzen einen Unterarm auf die Arm-Lehne des Stuhles oder einen Tisch legen und die Hand über die Kante nach unten baumeln lassen. Alternativ kann einer oder beide Unterarme im Liegen senkrecht nach oben gestellt werden.

Das wird nach einigen Sekunden eine intensive Wahrnehmung von Kribbeln hervorrufen, das selbst aus dem stärksten Gedankenchaos heraussticht. Dann einfach dieses Kribbeln fühlen, so direkt wie möglich – und sich in die Empfindung hinein fallen lassen.

Das ist nur für den Einstieg und auch nicht optimal, weil die Wahrnehmung eher konzentriert ist. Wenn klar ist, was mit “direkt empfinden” gemeint ist, kann mit dem weiten Aufmerksamkeitsfeld, wie oben beschrieben, experimentiert werden.

Diese Übung kann auch dabei helfen, im Moment zu bleiben – zB beim Spazierengehen diesen Satz sprechen oder denken – und dann direkt fühlen. Bei einer Ablenkung wieder den Satz sprechen oder denken und wieder fühlen. Und so weiter. Wenn das nach einiger Zeit automatisiert ist, wird der Satz nicht mehr benötigt.

Danke an den Hinweisgeber

Das Zitieren ist, soweit ich das sehen kann, der Ausdruck von zu geringer Selbstliebe – und daraus resultierend zu wenig Selbstvertrauen. An dem Thema bin ich seit einiger Zeit dran und habe schon einige Implikationen gefunden – aber das Zitieren ist mir bislang entgangen. Danke für den Hinweis!

Übrigens: “Es geht um mehr Lebensqualität” bedeutet nicht, dass ich hier an mir herumschraube, die negativen Emotionen wegdrücke und an den positiven klammere.

Die Bewusstheit an sich, die Bewusstheit des Momentes an sich, die Bewusstheit jeder einzelnen Wahrnehmung an sich ist bereits diese erhebliche Steigerung der Lebensqualität.

Das Gegenteil davon ist, in chaotischen Gedanken, Emotionen und Gefühlen zu versinken – das würde ich als 100% Leiden bezeichnen. Reine, voll bewusste Wahrnehmung, ohne diesen Psychomüll, ist dagegen pures Glück.

Jeder Punkt empfängt und sendet gleichzeitig

Interessante Entdeckung, die gerade im Bett gemacht wurde und hier nur kurz notiert werden soll, um sie nicht zu vergessen:

Wenn ein kurzer, scharfer Vogelruf erklingt und der Aufmerksamkeits-Fokus gleichzeitig auf vier Punkten liegt, zB auf den beiden Zeigefingern, dem Kopf und dem Vogelruf, dann wird erkannt, dass in allen Punkten gleichzeitig mit dem Vogelruf ein vertikaler Impuls  erscheint.

Sofort danach strahlen von jedem fokussierten Punkt aus radiale Horizontal-Wellen im Bewusstseinsfeld aus. Es könnten aber auch Kugel-Wellen sein, das konnte noch nicht so klar erkannt werden.

Wenn man sich aber nur auf den Vogelruf konzentriert, dann sieht es so aus, als ob nur von diesem die radialen Wellen ausstrahlen und dann auf dem Körperfeld auftreffen. Konzentriert man sich nur auf den Kopf, dann sieht es so aus, als ob nur von diesem die radialen Wellen ausstrahlen.

Das Ganze scheint eine Art Netz aus bewussten Punkten zu sein, die alle gleichzeitig die gleichen Informationen erhalten und danach ausstrahlen.


Nachtrag 1: Direkt vor dem Wintergarten, in dem ich oft sitze, befindet sich ein ca. 30 Quadratmeter großer Teich mit einer Springbrunnen-Pumpe zur Sauerstoffanreicherung des Wassers.

Wenn auf das Geräusch der auf dem Wasser auftreffenden Tropfen gehört wird, dann ist gleichzeitig im gesamten Körperfeld aber am meisten im Kopf, das gefühlte Abbild der kreuz und quer sich überlagernden Wellen im Teich zu fühlen – und auch die Lichtreflexe auf dem Wasser. Das ist auch dann der Fall, wenn die Augen geschlossen sind und die Hände zusätzlich über die Augen gelegt werden.

Diese vielen Überlagerungen erzeugen eine Art wattiges Gefühl im Kopf. Das ist nicht der Fall, wenn nur auf einen kurzen Ton, wie den oben angesprochenen kurzen, scharfen Vogelruf, gelauscht wird – der wirkt dann wie das “Ping” aus einem Sonar, mit dem ein U-Boot geortet werden kann.

Mir ist beim Frühstück, als ich meiner Frau davon erzählte, noch eingefallen, dass ich so ein Phänomen hier schon einmal beschrieben hatte: Es handelt sich um Indra’s Netz“. Damals hatte ich nur darüber gelesen und dann kamen einige Impressionen dazu hoch.

Diesmal konnte es absolut klar selbst erfahren werden. Jetzt ist mir auch klar, warum so ein Phänomen, wobei es sich eigentlich um die Erzeugung eines Hologramms handelt, vor 5000 Jahren in Indien beschrieben werden konnte. Sie haben es schlicht und einfach gefühlt – vielleicht haben sie es aber auch direkt so erlebt…

Übrigens ist völlig eindeutig zu fühlen, dass das “geistige Interferenzfeld” erheblich realer ist, als das offenbar daraus erzeugte “physische Interferenzfeld” was gemeinhin “Welt” genannt wird. Warum? Weil “Ich” das bin – es ist sozusagen “realer, als real“. Dieses Feld kann man als “Präsenz-Bewusstsein” oder einfach “Ich Bin” bezeichnen – und es ist deshalb ununterbrochen zu fühlen weil ich das bin. Und ich bin nicht nur das, sondern jeder einzelne Punkt – denn jeder einzelne Wahrnehmungs-Punkt (“Ping“-Punkt) wird ebenfalls als “Ich-Bin” erfahren.

Ich weiß aber auch aus eigener ständiger Erfahrung, dass (“zeitlich” betrachtet) vor diesem Feld noch etwas ist, eine Art dunkler bzw. schwarzer Raum (“schwarzes Licht“), der ständig “nebenher” und eher unterschwellig gefühlt wird. Zeitweilig war “hinter” jedem “Farb-Pixel” der “Welt-Ansicht” ein “schwarzer Pixel” zu fühlen. Das ist momentan nur dann zu fühlen, wenn die Aufmerksamkeit direkt darauf gerichtet wird. Offenbar steht momentan mehr das “Ping” im Vordergrund des Interesses.


Nachtrag 2: Zitat: “Im chinesischen Hua-yen-Buddhismus wird die Erleuchtungsvision des Buddha als ein holografisches Universum beschrieben, in dem die einzelnen Gegenstände und Wesen alle anderen in sich enthalten und auf diese Weise mit allen anderen identisch sind. Eine Metapher, die dies bildlich veranschaulichen soll, ist das kosmische Netz des Gottes Indra.

Naja, ich glaube nicht, dass das alles ist, was Siddhartha Gautama erkannt hat. Das, was hier beschrieben steht, kann praktisch jeder erkennen, wenn er nur sein Bewusstsein und dessen Auflösungsvermögen entsprechend schult. Und natürlich muss man “es” auch wissen wollen…