Der Gesang des Tilopa

Ich habe gerade das Lied des Tilopa (9.-10. Jahrhundert) im Netz gefunden, als ich nach „Geist und Wasserfall“ gesucht habe. Es beschreibt exakt meine Erfahrung – besonders in der letzten Strophe:

Am Anfang spürt der Yogi, wie sein Geist abstürzt wie ein Wasserfall;
Dann, auf halbem Wege, strömt er dahin, langsam und sacht wie der Ganges.
Am Ende ist er ein großes, unendliches Meer,
Wo das Licht von Sohn und Mutter in eins verschmelzen.

Weiterlesen

Suche nicht

„Es“ kann nicht gefunden werden, weil jeder „es“ schon ist. Daher ist jede Suche nicht nur sinnlos, sondern auch noch schädlich. Denn eine Suche erschafft ein Ego, das sucht.

Das Gegenteil aber funktioniert: Sei ein Hohlraum – völlig leer, von Identifikation, Ego, Gedanken, Meinungen, Sorgen, Abneigung und Anziehung. Dann ist da nur Leere und diese Leere zieht das Wirkliche magisch an, denn das Wirkliche ist ebenfalls leer. Leer von Identifikation, leer von Ego, leer von „Ich“, leer von objekthaftigkeit. Das Wirkliche ist reine Existenz, ohne jeden objekthaften Charakter – man kann nicht sagen, was es ist, man kann nur sagen, dass es ist.

Die Selbst-Kontraktion

Was ist dieses „Ich“ eigentlich? Es ist im Wesentlichen ein körperliches Gefühl, eine oder mehrere Kontraktionen im Körper und das Wissen um persönliche Daten. Wenn man die Übung zum Vereinigen der Räume macht, dann spürt man deutlich, wo diese Kontraktionen sitzen. Bei mir zum Beispiel im Augenbereich. Entspannt sich dieser, dann lässt das Gefühl stark nach, im Körper zu sein. Dann fühlt es sich eher so an, als ob der Körper im Bewusstseins-Raum enthalten ist.

Weiterlesen

Der Körpertempel

Ich weiß noch, dass ich nie verstanden habe, was der Begriff „Der Körper ist Dein Tempel“ bedeuten soll. Jetzt weiß ich es – nein – jetzt fühle ich es! Seit ich gestern damit angefangen habe, bewusst in jede Bewegung hinein zu gehen – sie also nicht zu sehen, sondern zu spüren, zu fühlen, zur Bewegung zu werden – hat sich das Körpergefühl total geändert.

Weiterlesen

Das Fühlen Sein

Ich habe über lange Zeit einen inneren Beobachter kultiviert. Der hat zwar kaum noch seinen Senf zu den Erscheinungen dazu gegeben – sprich er hat die Klappe gehalten – aber er ist immer noch da und beobachtet, was passiert. Es ist aber nicht so, dass eingegriffen wird. Beim Reden zum Beispiel ist nicht einmal eine Millisekunde vorher bekannt, was gesagt werden wird. Sprechen geschieht einfach, genauso wie alles andere.

Weiterlesen