Sprache und Weltbild

Von Natur aus leeres Gewahrsein/Leben/Geist/Potential/Alles-was-ist erzeugt und animiert ununterbrochen Bilder, Gerüche, Bewegungen und andere sensorische Wahrnehmungen in sich selbst, aggregiert daraus “Wesen” und sonstige “Objekte“, verliert sich lokalisiert in diesen “Wesen” und “Objekten“, genießt und konsumiert das alles und vernichtet es wieder.

Das ist alles.

Man könnte auch die Kino-Analogie anführen, dann müsste der Anfang des obigen Satzes geändert werden in: “Ein von Natur aus leeres Kino erzeugt…

Das Problem bei dieser Analogie besteht aber darin, dass jeder sofortsich selbst = Person” als Beobachter in den Kinosessel verfrachtet. Das ist aber eine Falle, denn so etwas, wie “einen Beobachter” (Subjekt), das “ein Etwas” (Objekt) “beobachtet“, gibt es nicht. Da ist nur: erscheinen, gewahren und verschwinden.

Es gibt also keine Erde, sondern nur “erden“, keinen Menschen, nur “menscheln“, keine Katze, nur “katzeln“, keine Manifestation, nur “manifestieren“. Es gibt also keine Subjekte=Objekte=Substantive, sondern nur tönen, blitzen, vibrieren, bewegen – also Verben.

Jetzt versuche man einmal, als Steinzeitmensch, einem anderen Steinzeitmenschen nur mit Hilfe von Verben zu erklären: “Ich habe dort drüben, hinter dem Hügel, ein Mammut mit einem Kalb gesehen.” Das ist unmöglich, denn das einzige Verb in diesem Satz ist “gesehen” bzw. “sehen“.

Wenn daher Beobachtungen mit Richtungs-, Orts-, Zeit-, Personen- und Objekt-Angaben ausgetauscht werden sollen, dann muss eine objektivierende Sprache verwendet werden.

Sprache verobjektiviert automatisch – und aus der ständigen Verwendung einer solchen Sprache resultiert mit der Zeit ein verobjektiviertes Weltbild, denn wir können ja nur in Sprache denken.

Das gilt selbst dann, wenn die ursprünglichen Menschen die Realität noch so sehen konnten, wie sie wirklich ist. Heutzutage ist das nicht mehr so – da braucht man nur an der falschen Stelle zu sagen, dass man bestimmte Dinge sehen kann und landet im Irrenhaus.