Energetische Blockaden

Ich hatte mir das Buch “Traumaheilung” von Mike Hellwig besorgt, es sofort verschlungen und angefangen, damit zu experimentieren. In der Nacht vom 7.9. auf den 8.9. kam es dann zu einem enormen energetischen Block. Ich empfand das, als hätte ich einen “gelbfarbenen Betonblock” im Bauch, etwa so groß, wie der Kopf eines Kleinkindes. Als ich dann hineinfühlte und dabei blieb, verwandelte sich die Farbe mehr in Richtung Orange und der Block schien noch zu wachsen. Mir wurde kotzübel und ich hatte das Gefühl, vollkommen ausgefüllt zu sein.

Obwohl der Energielevel sehr hoch war, blieb ich dabei und floh nicht zurück in die Stille. Ich begann “das Fühlen” hin und her zu bewegen, nach unten und wieder zurück, um den Punkt der größten Intensität zu finden. Als ich ihn fand, hielt ich ihn und nach einiger Zeit war der Block weg und der Weg nach unten frei, was ich als befreiende Weite empfand.

Gestern im Laufe des Nachmittages kam er aber wieder zurück, etwa in der gleichen Größe aber schwarz und diesmal führte das Fühlen des Blockes nicht zur Auflösung. Gleichzeitig hatte ich das total ungewohnte Gefühl, dass in meinem Bewusstsein eine Art “Kopf” auftauchte, in Form einer fremden psychischen Energie, die das gesamte Bewusstsein im Kopf ausfüllte und die ich so noch nie bewusst gefühlt hatte. Für einen Moment hatte ich den Eindruck von roten Augen.

Der Block wollte nicht weichen und auch, wenn ich ihn ansprach und ihm die Erlaubnis gab, da zu sein, kam keine Antwort. Ich war, wie gewohnt in der inneren Stille und im Frieden und fühlte gleichzeitig, dass im Körper Krieg herrscht – da wurde mir bewusst, dass ich diese enormen Energien des Körpers so noch nicht gefühlt hatte. Zwischen 2004 und 2012 war eine enorm anstrengende und schmerzhafte Zeit, in der auch der Bauch oft sehr weh tat und wie blockiert wirkte – damals war ich aber noch nicht in der Stille und wusste auch nicht, wie man mit diesen Körperzuständen und Energien umgeht.

Beim Zubettgehen gestern Abend hatte sich der Block geändert – er war nach wie vor schwarz aber der energetische Druck war fast weg. Es war, als ob das Vorhandensein des Blockes verwischt werden sollte. Ich konnte ihn nur noch deshalb spüren, weil ich fühlte, dass sowohl unterhalb, als auch oberhalb der innere Energiefluss gestaut wurde.

Das fühlte sich an, wie kleine Glühwürmchen oder Punkte, die vibrierten aber nicht weiter kamen. Ich kam von oben her nicht an dem Block vorbei, denn er erstreckte sich in Höhe des Zwerchfells über den gesamten Querschnitt des Körpers. Aber da ich aus Erfahrung weiß, dass die Grundlage des menschlichen Körpers energetische Felder sind, machte ich einfach “einen Bogen nach hinten unten” und konnte so den Raum unterhalb des Blockes auch fühlen.

Schon als ich ins Bett ging, hatte ich eiskalte Füße und nach zwei Stunden waren sie immer noch nicht warm. Da entfachte ich in mir spontan ein “energetisches Feuer” und nach ein paar Minuten wurden die Füße endlich warm und dann muss ich eingeschlafen sein. Ich hatte so etwas vorher noch nie gemacht – es kam mir einfach so in den Sinn und wie es genau funktioniert, weiß ich auch nicht – ich “beabsichtigte” das “innere Feuer” einfach und dann war es da.

Ich beschreibe das deshalb so ausführlich, weil mir klar wurde, dass man tatsächlich dauerhaft in der Stille und im Frieden sein kann, ohne die Arbeit an den Teilpersönlichkeiten begonnen zu haben. Und das bestärkt mich in der Ansicht, dass das “No self, no Problem” der Buddhisten und Hinduisten genau diese Ursache hat. Sie haben keinen Bock darauf, sich mit diesen Anteilen herumzuplagen und erstreben nur die innere Stille und den Frieden – am besten gleich im universellen Bewusstsein.

Aber genau das ist Flucht und das will ich nicht. Also werde ich mich mit dem befassen, was ich bisher noch nicht fühlen konnte, denn ohne diese Energien, die ich ja auch bin, kann ich niemals vollständig sein. Mir wurde dann auch klar, das man, wenn man die vitalen Energien nicht direkt fühlt, viel eher dazu neigt, sich spirituellen Konzepten zuzuwenden und das vitale Leben in der Welt zu vernachlässigen. Das ist schlicht und einfach Einseitigkeit und ich bin heilfroh, dass ich vor ein paar Tagen über Mike Hellwig gestolpert bin und mich tatsächlich mit seiner Arbeit befasst habe und sie nicht gleich als irrelevant weg geschoben habe.

Es ist nicht so, dass das, was ich über die Bereiche jenseits des Verstandes geschrieben habe, falsch wäre. Aber ich bin ja nicht nur deshalb hier, um meine Intuition zu entwickeln, über die diese Informationen bezogen werden, wir sollen ja trotzdem dieses Leben mit aller Kraft leben – wir sollen in beiden Welten zuhause sein. Hier und dort und zwar gleichzeitig und mit voller Kraft. Das geht aber nur dann, wenn man über alle Energien verfügt, die in diesem System vorhanden sind.

In den Büchern von Castaneda gibt es viele Beispiele, ungwöhnlicher Demonstrationen der Kraft und früher dachte ich immer, dass diese Teile mehr der Phantasie Castanedas entsprungen sind. Nach den Erlebnissen der letzten Tage muss ich aber sagen, dass diese Energien offensichtlich existieren und wir lernen müssen, sie zu beherrschen – ansonsten beherrschen sie uns.

Dann könnte es geschehen, dass man zwar dauerhaft in der Stille und im Frieden lebt – aber in einer Extremsituation plötzlich eine Teilpersönlichkeit aktiv wird und massiven Schaden anrichtet. So etwas nennt man Affekt und das kann nur dadurch verhindert werden, dass man sich der Energien und Teilpersönlichkeiten ständig bewusst ist und in Kontakt mit ihnen ist. Das ist erheblich anspruchsvoller, als einfach nur in der Stille zu sein.

Ich bin seit Jahren dauerhaft in der Stille und im Frieden gegründet, der Verstand ist still und ich konnte stets gleichzeitig den gesamten Körper fühlen – aber nicht diese unbewussten Energien und Teilpersönlichkeiten. Aber genau das muss geleistet werden – das Unbewusste muss bewusst gemacht werden und ich muss es jederzeit fühlen können.

Diese Erlebnisse zeigen mir erneut, dass in mir selbst alles angelegt ist, um mich weiter zu entwickeln. Ich kann nicht für andere sprechen – aber mir scheint es so, dass immer dann, wenn sich ein neues Puzzleteil zeigt, auch der energetische Zugang dazu da ist, obwohl ich vielleicht vorher nichts in dieser Richtung fühlen konnte. Das hat natürlich nichts damit zu tun, dass “ich” so klug und talentiert bin – das kommt eindeutig von innen und ich vertraue dem zu einhundert Prozent. Ich denke nie über den nächsten Schritt nach – bisher hat er sich immer einfach gezeigt. Man kann es auch anders sagen: Dieser ganze Prozess läuft von SELBST ab.


Nachtrag: Nachdem dieser Beitrag veröffentlicht war, fand ich einen Artikel über Angst bei Anadi. er schreibt darin:

Fear is a poison, both spiritually and chemically. Hormones that are stimulated by fear are those of stress, and stress releases harmful chemicals in the body. So fear is toxic for both the body and the mind. Sometimes fear in the body triggers a chain reaction in the mind. The mind either desperately tries to release fearful thoughts by making up reasons to not be afraid, or it succumbs to the fear, resulting in obsessive tendencies or other neuroses which aggravate the situation. Sometimes the fear originates in the mind first, which then immediately floods the body with stress hormones.

Most people habitually indulge in fear, unaware of how detrimental it is to their physical and mental health. While fear is justified at times, and needs to be dealt with, it is essential for the sake of our wellbeing that we minimize the experience and energy of fear. When we are aware of its presence, it is important to engage with the intention of letting it go and activate the energies of trust and inner relaxation. Because it is toxic, unnecessary indulgence in fear should be avoided. Letting our thoughts stray into anxiety and worry is foolish and irresponsible. The internal toxins generated by our own mind can be much more harmful and detrimental to our physical health than those from bad diets, drinking alcohol, or smoking.

The actual center of fear in the body is solar plexus, which is located in the area of the diaphragm. The solar plexus is sometimes called our ‘second brain’ because of the highly complex network of nerves it contains. It regulates the sympathetic nervous system for life dependent organs and systems, including respiratory, digestive, and circulatory systems. It is part of the pathway of nerves going to the adrenal glands, which switch on at the release of adrenaline to produce the fight or flight response. It is also a center of emotional power which governs our basic raw emotions related to survival.

When we are not in touch with our emotional power center, it might seem that fear is just in the mind. But its roots are much deeper. When fear arises, our breath and heartbeat become more rapid, and tightness and anxiety can be felt in the area of the diaphragm. As fear is best dissolved by dealing with it directly, it is important to be aware of its actual location – in the belly.

In working with fear, we must get in touch with the solar plexus and bring more attention and presence to this area. Since fear changes our breathing, by intentionally breathing deeper and slower through the belly, we change our body chemistry and activate protective hormones. When we experience a mild expression of fear, like being anxious over life’s daily issues, we might not register anything in the solar plexus, and it may appear that our worries are purely being processed in the mind. However, with a more careful examination, it will become clear that the emotional root of any thought linked to our security and safety is in the belly. The stronger our distress is, the more powerful will be the feeling of discomfort in this area. Getting in touch with our emotional power center is the prerequisite for the transformation of fear and its related feelings; otherwise, we will keep trying to repress them purely through different mental strategies. A fear that is repressed may often end up having worse consequences than one which is acknowledged and experienced because it continues as a disturbing influence both at the base of our subconscious mind and in the solar plexus.

For most people, the solar plexus is more a center of powerlessness than one of power. They move between not feeling anything in this area to experiencing the energies and emotions of distress. To begin transforming this, a conscious relationship with the solar plexus has to be established. The first step in this process is simply paying attention to it and feeling what the solar plexus feels. This is done without judgment, in a space of gentle acceptance of whatever is happening there. Even if one does not feel anything there initially – as a result of living in denial of it for so long – one should still make the effort to feel this area, both internally and even just in a physical way. Breathing to the belly is a great help in activating an energetic presence in the power center, while at the same time having a therapeutic effect on our emotions. In doing this, we develop a loving and healing relationship with our emotional center, and bring more peace, acceptance, and soothing energy to it. Gradually, as the solar plexus becomes more energized, our sense and awareness of this center will increase.