Wie kann man das reine Bewusstsein erfahren?

Hinweis: Dieser Beitrag wird relativ häufig gelesen – aber er ist über ein Jahr alt und nicht mehr aktuell. Man kann ihn aber nach wie vor dazu benutzen, um den zu ermitteln, der liest und sich des Lesens gewahr ist: Das Bewusstsein und das bewusste Ich.

Bewusstsein ist im Grunde etwas total einfaches, etwas, das uns immerzu begleitet und daher so normal ist, dass wir es nicht als das Bewusstsein erkennen. Wir nehmen es für selbstverständlich, dass wir Dinge wahrnehmen können, erkennen aber nicht, was das ist, das da wahrnimmt und was es mit uns zu tun hat. Bewusstsein ist einfach und benötigt daher eine einfache Erklärung und keine hochkomplexen Abhandungen. Das bewog mich, es selbst zu versuchen, nicht, weil ich denke, dass ich es besser oder intelligenter beschreiben kann – sondern aus meiner eigenen Erfahrung heraus und mit meinen eigenen, einfachen Worten.

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Ignoranz ist die Ursache allen Übels

Der Grund, warum die meisten Menschen blind in ihr Unglück rennen und nicht sehen, in welchen Umständen sie sich befinden, liegt darin begründet, dass sie sich dessen nicht bewusst sind. Aber die Grundlage dafür ist nicht etwa dass sie zu dumm wären, bewusst zu sein – nein – sie wollen sich ihrer Lage nicht bewusst werden! Das nennt man Ignoranz!

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Die Natur des Bewusstseins

Das Bewusstsein ist ursprünglich leer. Das sagt einem, der ununterbrochen denkt, erst einmal überhaupt nichts. Das Bewusstsein ist das, in dem die Gedanken aufsteigen und wieder vergehen. Das ist schon deutlicher. Das Bewusstsein wird als „leer“ und „dunkel“ erkannt, wenn du nicht denkst. Das ist sehr deutlich.

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Einfach Sein

Ich habe gerade in der Mittagspause zwanzig Minuten nur auf dem Stuhl gesessen und alles, was da sein wollte, einfach vorbei laufen lassen. Es dauert nicht sehr lange, vielleicht eine oder zwei Minuten – und dann ist alles still. Nur die Energie streicht kribbelnd über den Kopf – von vorne nach hinten und zurück.

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Wie entsteht Neues?

Wie entsteht etwas neues, frisches, grünes, leuchtendes?

Indem das, was vorher war, abstirbt und vernichtet wird. Es muss Platz gemacht werden, denn neu und alt sind zwei – und zwei passen nicht an den Ort, in den Zeitpunkt, in dem nur eines Platz hat: Das Jetzt.

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Selbsterinnerung

Wer schafft es, eine Minute lang ganz bei sich zu sein, ohne von Gedanken oder Gefühlen oder sonstigen inneren Bewegungen abgelenkt zu werden? Das bedeutet nicht, dass da keine Bewegungen, keine Gedanken und Gefühle sein dürfen! Damit ist gemeint, dass man sich ununterbrochen an sich selbst erinnert, ohne einer Bewegung zu folgen und sich dabei zu vergessen. Das ist eine passive Übung – wer kann das?

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Der Gesang des Tilopa

Ich habe gerade das Lied des Tilopa (9.-10. Jahrhundert) im Netz gefunden, als ich nach „Geist und Wasserfall“ gesucht habe. Es beschreibt exakt meine Erfahrung – besonders in der letzten Strophe:

Am Anfang spürt der Yogi, wie sein Geist abstürzt wie ein Wasserfall;
Dann, auf halbem Wege, strömt er dahin, langsam und sacht wie der Ganges.
Am Ende ist er ein großes, unendliches Meer,
Wo das Licht von Sohn und Mutter in eins verschmelzen.

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