Glückseligkeit in den Wahrnehmungen

Glückseligkeit ist nicht im Inhalt der Wahrnehmung zu finden, zB durch etwas besonders  Schönes – sondern im Wahrnehmungs-Vorgang bzw der Gewahrung selbst.

Wenn zB ein gewöhnliches Geräusch (Vogel oder Auto) auftaucht und es wird direkt und tief hinein gefühlt – dann wird bei entsprechender Fühlfähigkeit plötzlich am Ort der Geräusch-Entstehung (Vogel oder Auto) ein äußerst intimes Gefühl gespürt, das sich schirm- oder blasenartig um das Geräusch herum zu einer Art “wohligem Glühen” ausdehnt.

Wenn das bewusst gefühlt wird, dehnt es sich nahezu sofort auf alle anderen Wahrnehmungen aus und sämtliche anderen Wahrnehmungs-Impulse (Körpergefühle, Atemgeräusch, etc.) erscheinen ebenfalls als dieses wohlige, intime Glühen. Dann gibt es keine Trennung mehr, kein Innen, kein Außen, keinen Seher und kein Gesehenes – das alles wird in der Intimität der Empfindungen ausgelöscht.

Es geht hierbei nicht um “besondere” Wahrnehmungen – sondern um das Besondere und bisher nicht Gesehene / Gefühlte in den normalen Wahrnehmungen. Das betrifft natürlich auch die Wahrnehmung von Schmerzen – die nach wie vor da sind – aber ebenfalls dieses Wohlgefühl aufweisen.

Nahezu identische Gefühle tauchen auf, wenn sich das Bewusstsein über eine gewisse Grenze hinweg ausdehnt – aber das passiert nur dann, während die Grenze passiert wird oder wenn darauf geruht wird. Davor und danach ist das Gefühl nicht da. Gewahrung ist aber immer da – und sei es nur der Druck des Hinterns auf dem Stuhl – daher ist die Intimität der Gewahrungs-Glückseligkeit immer verfügbar.