Gedankliches Abschweifen

Wenn immer wieder hartnäckiges, gedankliches Abschweifen bemerkt wird und der Gedankenstrom nicht abreißen will, dann kann folgendes getan werden:

  1. Sich komplett auf Geräusche (zB Vogelrufe), Bilder (Szenerie) oder andere Wahrnehmungen (zB das Gehen oder Atmen) zu konzentrieren und im jeweiligen Wahrnehmungsstrom verweilen. Wenn Gedanken dazwischen schießen, diese loslassen und zurück in die Wahrnehmung gehen. Siehe dazu auch dieses Video.
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  2. Die Zunge an den Gaumen legen, also oben etwas hinter die Zähne. Dabei geschehen zwei Dinge: Zum Einen verlagert sich das Bewusstsein an den Hinterkopf – zum Anderen wird der Gedankenstrom “gedimmt” – bzw. es erfolgt eine Ablösung vom Denken, denn Denken findet eher vorne statt. Das kann auch erreicht werden mit der Fingerhaltung Nr. 1 an beiden Händen (siehe Bild unten).
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  3. Alternativ kann eine Verlagerung des Bewusstseins-Ruhepunktes in den Bauch / Solarplexus stattfinden. Wer das nicht willentlich kann, der legt einfach an beiden Händen die Spitze des kleinen Fingers an die Daumenspitze an. (Bild Nr. 4) Das lenkt automatisch die Energieströme um und senkt den Bewusstseins-Fokus in den Unter-Bauch..

Die Verlagerung per Finger-Haltung und Zunge-am-Gaumen erfordert keine Übung, da sie automatisch geschieht, sobald der Kontakt geschlossen ist. Wenn der Fokus nach unten verlagert werden soll, darf die Zungenspitze nicht am Gaumen anliegen, denn sonst dehnt sich das Bewusstsein von oben bis unten und ist nicht ausschließlich unten. Sowohl die Verlagerung nach hinten, als auch die nach unten, verringert das Denken massiv, denn “unten” oder “hinten” kann nur mit viel Übung bewusst gedacht werden.

Mudras / Fingergesten immer an beiden Händen, von links nach rechts:

  1. Bewusstsein in den hinteren Kopf verlagert.
  2. Bewusstsein um den Kehlbereich und Brustbereich herum.
  3. Bewusstsein im Oberbauch, etwa am Nabel.
  4. Bewusstsein im Unterbauch, bis zum Anus und darunter.

3+4 Kann auch genutzt werden, um den Stuhlgang anzuregen.

Die oben genannten Veränderungen des Bewusstseins sind nicht irgendwo angelesen und hier wiedergegeben, sondern ich kann schon seit Jahren sehr genau spüren, wo das Bewusstsein, bzw. dessen Fokus und die Energie jeweils ist.

Irgendwann habe ich dann angefangen, herauszufinden, was es auslöst, wenn die Finger so gehalten werden, wie es oft auf Abbildungen von Meditierenden gezeigt wird. Wenn das mehrmals ausgeführt wurde und gespürt wurde, wie sich das anfühlt, dann kann das Bewusstsein auch ohne die Fingergesten bewegt werden. Dazu “zeige” ich einfach mit dem willentlichen Bewusstseins-Fokus auf den gewünschten Punkt, bis es dort ruht.

Wenn das Bewusstsein aufgrund langjähriger Gewöhnung “oben klebt” und sich nicht bewegen will, ist es möglich, sich einen “Schwertstreich” durch diesen Bewusstseinspunkt vorzustellen, um die Fixierung zu lösen.

Wer nicht weiß, wie man das macht, der kann das zuerst mit Augenbewegungen ausführen, denn der Bewusstseins-Fokus folgt normalerweise den Augen. Der Ankerpunkt / Angelpunkt für den Bewusstseins-Fokus liegt mitten im Kopf, im Schnittpunkt einer Linie zwischen den Schläfen und einer Linie zwischen den Augen zum Hinterkopf.

Aufgrund langjähriger Übung ist es hier zB möglich, die Augen nach links und den Bewusstseins-Fokus nach rechts zu bewegen – oder die Augen bewegungslos zu halten und den Fokus wie einen Rotor in verschiedenen Ebenen kreisen oder hin-und-her-schwingen zu lassen etc. Das funktioniert genauso, wie die linke und die rechte Hand sich unterschiedlich bewegen können. Reine Übung.