Die Ursinne

Das, was gestern hier beschrieben wurde, ist “kinästhetisches Fühlen“, das sich aus Tastsinn, Tiefen-Wahrnehmung und Gleichgewichts-Sinn zusammensetzt. Embryos spüren zB bereits ab der fünften Schwangerschaftswoche leichte Berührungen an den Lippen.

Dieses Fühlen ist damit so etwas wie der Ursinn oder ursprüngliche Sinn. Und das ist es auch, was hier überwiegend benutzt wird, um die Tiefen-Struktur dieser Realität zu er-fühlen. Es ist damit möglich das gesamte Feld auf einmal zu erkennen und zu erfassen.

Dieser Sinn kann durch Menschen, die nicht gewohnt sind, auf diese Weise bewusst zu fühlen, aktiviert werden durch Benutzung der Frage:

Wie fühlt sich das Lebendig-Sein jetzt an?

Wenn das immer wieder gemacht wird, dann führt das zu einer extremen Intensivierung des Fühlens selbst der profansten Wahrnehmungen, zB Wind auf der Haut, was letztlich “das Wahrnehmen” zu einem unglaublich lebendigen Erlebnis, werden lässt. Die Freude und das Wohlgefühl, das dabei entsteht, kann durch nichts getoppt werden. Das erzeugt ein Staunen über selbst die profansten Dinge und Ereignisse.

Das zu erleben braucht nichts Zusätzliches und kann von jedem Menschen erreicht werden – genau so, wie er jetzt ist. Es braucht lediglich den Willen, das zu erleben und die Ausdauer, die Aufmerksamkeit solange immer wieder darauf zu richten, bis es automatisiert ist.

Es ist ein “unschuldiges Fühlen“, das VOR der Interpretation des Verstandes-Mechanismus stattfindet und daher frei von Gedanken-induziertem, emotionalen Leiden ist. Es ist damit nicht möglich, zusammengesetzte Konstrukte wie “Baum” oder “Pferd” zu erkennen, sondern nur ursprüngliche Impulse, wie “Berührung, Wärme, Vibration, Strömen, Fallen, Lage im Raum” etc, die auch ein Regenwurm oder eine Amöbe fühlen kann.

Vielleicht ist es das, was mit: “Werdet wie die Kinder” gemeint war…