Ein hell strahlender Ball ohne Zentrum

Wenn die Präsenz, die immer da ist, “transparent” oder “leicht” wird, dann erscheint die Welt, wie sie ist: als hell strahlender Ball mit unzähligen aufblitzenden “selbst wahrnehmenden Punkten“, die jeweils als “Ich bin” erscheinen.

Das ist hier noch nicht dauerhaft da, sondern wechselt sich ab mit der massiven Präsenz. Was aber immer dauerhaft da ist, das ist die eigenschaftslose, immer wache Präsenz an sich also “Ich bin“. Darum wird das “Awakening” oder “Er-Wachen” genannt.

Das, was auf jeden Fall durchgehend erfahren werden muss, ist “ich bin” als “wache Präsenz“. Alles andere baut darauf auf. Eine “Selbst-Verwirklichung“, die nicht ständig erlebt wird, kann nur eine Erinnerung bzw. Einbildung sein. Daher muss Selbst-Verwirklichung, wenn sie echt ist, dauerhaft erlebt werden.

In diesem “zustandslosen Zustand” wird nichts verbal gewusst – es ist einfach alles nur da und verschwindet wieder. Gedanken, Emotionen und Gefühle können auftauchen, haften aber nicht. Das scheint unterschiedlich stark ausgeprägt zu sein. Hier ist es eher so, dass meistens gar keine Gedanken, Emotionen und Gefühle da sind.

Ich weiß von einigen anderen Menschen aus dem Forum “AwakeningToReality“, die auch kaum Gedanken und Emotionen haben. Bei einer Mehrzahl scheinen diese Phänomene noch relativ häufig aufzutreten. Das scheint aber weniger wichtig zu sein – solange nicht daran gehaftet wird – und sie, neben anderen, als Präsenz erlebt werden.


Hier ein Text aus dem Forum “AwakeningToReality“, in dem ich mittlerweile nur noch selten unterwegs bin, der das erste Stadium von sieben sehr schön beschreibt:

Befreit von Individualität – Kommen und Gehen, Leben und Tod – tauchen alle Phänomene lediglich aus dem Hintergrund der AMness auf und wieder hinein. Die AMness (Ich-Bin-heit) wird nirgendwo als „Entität“ erlebt, weder innerhalb noch außerhalb; vielmehr wird es als die Grundrealität aller Phänomene erlebt.

Sogar im Moment des Abklingens (Tod) ist der Yogi mit dieser Realität gründlich authentifiziert; das „Reale“ so klar wie möglich zu erleben. Wir können diese AMness nicht verlieren; vielmehr können sich alle Dinge nur auflösen und daraus wieder hervorgehen. Die AMness hat sich nicht bewegt, es gibt kein Kommen und Gehen. Diese „AMness“ ist “Gott“.

Das ICH BIN ist auch nicht etwas, das man nur in meditativer Trance auf einem fernen, vom Alltag abgeschirmten Berg „erleben“ kann. Jemand, der ICH BIN erkannt hat, wird verstehen, dass AMness grenzenloses Potenzial hat und in einer relativen Welt in ständiger Interaktion ausgedrückt werden muss. Als Quelle und Grund von allem wird AMness als unendliches Potenzial angesehen, sich in, durch und als alles auszudrücken.

Die ICH BIN Präsenz, wie sie in der Selbstverwirklichung entdeckt wurde, ist eine nicht-duale, selbstbewusste Präsenz des Seins. Du erkennst, dass du eine leuchtende bewusste Präsenz bist, aber es ist kein Subjekt-Objekt-Bewusstsein, bei dem „du“ weißt, dass du eine „Gegenwart“ bist, die „bewusst“ ist, es ist nicht „du“, der die Präsenz kennt (Subjekt, das das Objekt kennt). Es gibt nur Dich als Präsenz-Bewusstsein. Es ist eine nicht-duale direkte Verwirklichung und ein direkter Geschmack des Geistes/Minds.

In einer späteren Phase (Anatta) wird dieser nicht-duale leuchtende Geschmack der „Existenz“ vom Hintergrund in den Vordergrund – also in alle Manifestationen=Wahrnehmungen gebracht, was in den weiteren Kapiteln dieses Leitfadens näher erläutert wird.

Nach der Selbstverwirklichung gibt es eine zweifellose Gewissheit des Seins, die nie verloren gehen kann, sodass keine Selbsterforschung mehr durchgeführt werden muss. Es gibt die Gewissheit, dass Bewusstheit das ist, was “ich bin“, und es ist kein Erhaltungszustand, nichts, was “gewonnen werden” oder “verloren gehen” kann. Zitat Ende.