Worum geht es bei der Selbst-Erkenntnis?

Letztlich geht es bei der Selbst-Erkenntnis (besser Nicht-Selbst-Erkenntnis) nur um eines: Das Leiden als abgetrenntes Wesen zu beenden und zu erkennen, dass “Ich” die Gesamtheit der virtuellen Erscheinungen bin. Es geht primär darum, die Lebensqualität auf ein Niveau zu heben, das um Größenordnungen über dem Erleben des “Normalmenschen” mit seinem selbst-zentrierten Weltbild liegt. Das hat mit “Spiritualität“, wie sie herkömmlich verstanden wird oder gar mit “Heiligkeit” überhaupt nichts zu tun.

Hier war das so, dass nach den Ereignissen im November 2014 das vorherige “Leben” mit einem hypertrophen Verstand beendet wurde. Es gab eine Art Sterben, ein Verlöschen – und danach war etwas anderes da. Und alleine nur der leere Mind, der als Leere, Stille und tiefster Frieden erfahren wurde, war so wunderbar, dass es absolut keinen Vergleich zu vorher gab. Das ist auch so geblieben. Im Laufe der Zeit kamen dann noch andere Erfahrungen dazu. Je tiefer es ging, umso besser wurde es.

Gerade im buddhistischen Umfeld, zu dem ich nicht gehöre – ich benutze nur Teile der Schriften und ab und zu ein buddhistisches Forum – geht es oft um “die Rettung der Welt” oder darum, “jedem Menschen das Heil der Erleuchtung zu bringen” – so etwas gibt es auch im Christentum. Aber mit solchen Vorstellungen habe ich absolut nichts am Hut.

Für mich gibt es nur ein einziges Kriterium: Mein Gewissen, mein Gefühl und der gesunde Menschenverstand. Alles, was von “außen” kommt und mir suggerieren will, was ich zu tun und zu lassen habe, lässt mich völlig kalt. So etwas wird in einem Sekundenbruchteil als manipulativ erkannt und fallen gelassen. Dazu muss nicht etwa gedacht werden – das ist ein ganz klares, nonverbales, intuitives “Wissen” bzw. “Gefühl“.