Erkenntnis muss zur Dauererfahrung werden

Eine einmalige Erkenntnis, die nichts im Erfahren/Erleben verändert und danach nur noch verbal erinnert wird, ist nahezu wertlos. Sie taugt allenfalls dazu, als dauernde Erinnerung die Praxis des Selbsterkenntnisprozesses so zu befeuern, dass die Erinnerung letztlich zur erneuten Erkenntnis wird, die dann im weiteren Verlauf zur Dauererfahrung wird.

Es reicht zum Beispiel nicht, wenn Anatta (Nicht-Selbst) nur einmal erkannt und danach wieder verloren wurde. In so einem Fall muss durch ständige Hinterfragung (Inquiry) an den subtilen Ansichten (Views) gearbeitet werden bis diese sich auflösen.

Letztlich ist die Natur der Realität immer gleich – aber in den einzelnen Wesen wird sie immer so erfahren, wie das Wesen glaubt, dass sie ist. Wenn diese Glaubenssätze verloren gehen bzw. vergessen werden, dann wird die Natur der Realität genau so erfahren, wie sie ist.

Selbst-Erkenntnis ist niemals ein einzelnes Ereignis – das ist ein lebenslanger Prozess. Selbst bei Ramana Maharshi war das so. Er hatte zwar mit etwa 16 Jahren eine völlig überraschende Selbst-Realisation ohne jede Vorbereitung – aber im Nachgang hat er Jahre und Jahrzehnte in Meditation gesessen, um diese zu verfeinern und zu vertiefen.

Ich weiß von ca. 40 Leuten, die dauerhaft Anatta realisiert haben und kenne außerdem jemanden, der weit darüber hinaus gelangt ist. Dass ein Ramana Maharshi einer von vielleicht vier oder fünf “permanent Erwachten” war – das ist Vergangenheit. Wir sind definitiv in einem aufsteigenden Prozess – aber es gibt immer noch nur relativ wenige Menschen, die man als “permanent erwacht” bezeichnen kann – ich schätze das sind vielleicht einige hundert Menschen.

Möglicherweise gibt es aber auch viele, die sich nicht zu erkennen geben. Es gibt auch 520 Menschen, die einen gewaltigen Tritt bekommen haben, ungewollt im “empty Mind” gelandet sind, das aber nicht wollen. Das sind aber nur die in dem genannten Forum – möglicherweise gibt es davon noch mehr.

Fazit: Selbsterkenntnis ist ein lebenslanger Prozess, der immer weiter vertieft werden muss. Eine einzelne Erkenntnis, die nicht weiter vertieft wird, nichts an der Erfahrung ändert und später nur noch verbal erinnert wird, ist nahezu wertlos.