Buddha-Natur

Für Dōgen ist Buddha-Natur oder Busshō die Natur der Realität und allen Seins. Auch das Ego ist Buddha-Natur. In der Shōbōgenzō schreibt Dōgen, dass “das ganze Sein die Buddha-Natur ist” und dass sogar unbelebte Gegenstände (Felsen, Sand, Wasser) ein Ausdruck der Buddha-Natur sind. Er lehnte jede Ansicht ab, die die Buddha-Natur als ein dauerhaftes, substantielles inneres Selbst oder einen Grund sah. Dōgen vertrat die Ansicht, dass die Buddha-Natur „große Leere“ sei, „die Welt des Werdens“ und dass „Unbeständigkeit an sich Buddha-Natur ist“.

Daher ist gerade die Vergänglichkeit von Gras und Baum, Dickicht und Wald die Buddha-Natur. Die Vergänglichkeit von Menschen und Dingen, von Körper und Geist, ist die Buddha-Natur. Natur und Land, Berge und Flüsse sind vergänglich, weil sie die Buddha-Natur sind. Höchste und vollständige Erleuchtung, weil sie vergänglich ist, ist die Buddha-Natur.


Es gibt keinen dauerhaften “Zustand“, der als “Erwachens-Zustand” bezeichnet werden kann. Es handelt sich eher um “dauerhaft erlebte Eigenschaften“, zB die “Leere des Minds“. Verstand kann man das nicht nennen, weil “Verstand” eine Funktion ist. Die “Leere des Minds” und die “Klarheit des Minds” sind die “Natur des Minds“. Das Erleben dieser Eigenschaften kann durch psychische Einflüsse kurzzeitig überschattet werden.

Wenn die Natur des Minds (Awareness) aber permanent realisiert ist: “Ich bin das“, dann bleibt das immer als Teil der Erfahrung vorhanden. Das liegt daran, dass nicht ein Subjekt dieses Gefühl als Objekt wahrnimmt – da ist “niemand, der das wahrnimmt“. Dieses “Ich-Präsenz-Gefühl” ist hier so massiv wie ein Berg und wird direkt als “Ich-Bin-heit” oder “I-Am-ness” gefühlt – und auch in den Erscheinungen erfahren. Und da “Ich” nie verloren gehen kann, ist es permanent.

Hier eine Anweisung von Nisargadatta Maharaj dazu:

  1. Watch your mind, how it comes into being, how it operates.
  2. As you watch your mind, you discover yourself as the watcher.
  3. When you stand motionless, only watching, you discover yourself as the light (of consciousness) behind the watcher.
  4. The source of light is dark, unknown is the source of knowledge.
  5. That source alone is. Go back to that source and abide there
    NM, I am That, Page 151

Ich glaube aber nicht, dass es so etwas wie einen eindeutigen und nachprüfbaren “erleuchteten Zustand” gibt – das ist dynamisch und von Mensch zu Mensch verschieden und es gibt unterschiedlich tiefe Realisierungsgrade. Außerdem gibt es auch noch Unterschiede zwischen den “Richtungen“. Bei den Hindus, zu denen auch Ramana gehörte, wird zB “Atman“, “Brahman” und “Parabrahman” realisiert. Von den Buddhisten wird das als falsch erkannt und statt dessen “Anatta” (Nicht-Selbst) realisiert.

Es gibt mindestens 520 Menschen, bei denen durch Schock, Krankheit oder andere Einflüsse – und ohne vorher durch einen Selbsterkenntnis-Prozess gegangen zu sein – sich ein permanenter “empty Mind” oder “blank Mind” manifestiert hat. Sie haben sich in dem Forum “LossOfThoughtProcess” eingefunden, in dem ich einer der Admins bin. Die meisten leiden unter dem “blank Mind” und versuchen verzweifelt durch Drogen oder Medikamente wieder in den “chaotic Mind” zurück zu kommen.

Es gibt aber meines Wissens keinen Weg, um diesen “Zustand” rückgängig zu machen. Und es erscheint unmöglich, ihnen begreiflich zu machen, dass das ein wundervoller Zustand ist, von dem aus man die Natur der Realität perfekt weiter erkunden kann. Sie sehen das als Krankheit, weil es anders ist als vorher und sie damit anders als 99,9% der Menschen funktionieren.

Es scheint da so etwas wie einen Schalter oder Trigger zu geben – der entweder auf 1=chaotisch oder 0=leer gestellt ist. Und egal, was auch immer getan wird – der Schalter ist außer Reichweite des Menschen – er ist VOR dem Menschen. Ich gehe davon aus, dass er “dort” ist, wo der Datenstrom für “den Menschen und seine Umgebung” erzeugt wird.