Erlebnisraum vs Feld

Heute kam eine Mail, in der der Begriff “Erlebnisraum” enthalten war. Gefällt mir fast noch besser als “Feld“. Aber beide enthalten intuitiv den Begriff Raum und Zeit. wenn das Ganze von der anderen Seite gesehen wird, von den blitzartig aufpoppenden und vergehenden “Erscheinungen” – dann wird es klarer.

Das Ganze” ist weder ein Raum, noch findet es in einer Zeit statt. Es ist ein Aufblitzen von Interferenzwellen, die sich gegenseitig durchdringen und beeinflussen, wie auf einem holografischen Film, der von einem ständig den Winkel ändernden Laser belichtet wird.

Ich kann mir vorstellen, dass das für Gottgläubige wie eine Gotteslästerung wirkt – aber es gibt nun einmal keinen getrennten Gott. Dieser Begriff “Gott” ist gleichwertig zu allen anderen. Wenn jemand unbedingt einen Begriff verwenden will, dann kann er auch “Georg“, “Hans” oder “Arschloch” verwenden. Er kann damit die “Göttlichkeit” nicht beleidigen oder beschädigen – weil das, was diesen Begriff benutzt, ein Teil der “GöttlichkeitIST.

Es gibt schlicht und einfach nichts anderes als das ständige Aufblitzen und Vergehen – warum es dann überhaupt benennen? Ein grundsätzlich getrenntes und zu erreichendes “Jenseits“, “Himmel“, “Nirvana” oder “Leere” gibt es nicht – das wäre eine grundsätzliche Dualität und die ist unmöglich.

Bisher wurde hier alles immer nur “jetzt” erfahren aber nie “vorher” oder “nachher“. Es gibt immer nur die Punkte, die gerade jetzt erfahren werden. Im nächsten Sekundenbruchteil sind es andere und die vorherigen Punkte sind verschwunden.

Um die Realität so zu erfahren, muss das Auflösungsvermögen extrem gesteigert werden. Was aber nicht unbedingt eine Geschwindigkeits-Steigerung bedeutet, sondern nur das niemals abweichende Konzentrations-Vermögen auf auf alle Punkte gleichzeitig. Wer nicht von der Punktewolke abweicht SIEHT – wer abweicht sieht nur. Das ist, wie mit dem gesamten Körper zu SEHEN. Damit meine ich nicht nur den physischen Körper, sondern das gesamte, gerade erfahrene Feld.

Es gibt keine grundsätzliche, sondern nur eine inhärente Dualität – wenn ein Punkt sich als Zentrum erlebt und alle anderen Punkte aus dieser Perspektive gewahrt. Das ist nicht grundsätzlich falsch, weil alle Punkte zur gleichen Punktewolke gehören.

Löse die Fixierung zu dem einen Punkt und es gibt nur noch die sich selbst erfahrende Punktewolke, die “ich bin” – aber unpersönlich. Eine alles durchdringende Präsenz – ohne Seher oder Sehen – nur die gerade momenthaft vorhandene Punktewolke, die sich selbst erfährt. Letztendlich ist es nur die Fixierung auf einen Punkt, die das falsche Weltbild stützt, wie es im Westen gelehrt und erlebt wird.


Mein Gefühl sagt mir ganz klar, dass wir hier an einem Wendepunkt stehen. Immer mehr Menschen verlieren unfreiwillig ihren Denkprozess oder wachen  direkt auf. Das kann kein Zufall sein. Es ist nur nicht bei allen gleich – da gibt es je nach Typ mehr oder weniger starke Unterschiede – aber alle verlieren den Griff auf dieses Weltbild bzw. ihre gewohnte Funktionsweise.

Bei den “normalen Aufwachern” ändert sich oft nur die Erfahrung – sie erleben sich plötzlich als “Ich-Bin“-Bewusstsein – aber Denkprozesse, Emotionen und Gefühlsleben bleiben dabei komplett erhalten. Menschen, die so etwas erfahren, finden viele Hilfestellungen, in Form von Literatur, Foren und auch echten Lehrern.

Bei den meisten “Denkprozess-Verlierern” ist es so, dass sie leiden, weil es oft sehr plötzlich geschieht und sie sich dann ungewohnt=krank fühlen. Sie wissen nicht, was das bedeutet, was sie erleben und wollen einfach nur ihren alten, gewohnten Zustand zurück. Sie lassen sich oft nur schwer darauf ein, ihren Zustand als normal zu akzeptieren. Solange das aber nicht passiert, kann nicht geholfen werden. Die Hilfe kann dann zB darin bestehen, diesen Menschen beizubringen, sich (als getrennter Punkt) in den Erfahrens-Strom einsinken zu lassen und darin zu verschwinden.