Kopf, Herz und Bauch ausbalanciert.

  1. Der Kopf ist klar, offen, weit, logisch, linear-nicht-linear, kalt, schneidend.
  2. Das Herz ist warm, annehmend, umarmend, ja-sagend
  3. Der Bauch ist Nullpunkt, nichts, ewig, raum-zeitlos

Jede Ebene ist beliebig ansteuerbar.

Gibt es etwas Neues, schaut der Kopf zuerst skeptisch, durchleuchtet das Neue und sagt erst einmal nein.

Dann kommt das Herz, schaut nicht einmal hin, sondern nimmt das Neue gleich in den Arm.

In der Nacht verschluckt der Nullpunkt alles – und auch ab und zu im Laufe des Tages und nach dem Aufwachen ist diese Ebene im Vordergrund. Tiefschwarz leuchtend, umarmend, haltend, willenlos, selbstlos, nichts seiend, zeitlos ewig.

Für ein ausbalanciertes Leben werden alle drei Ebenen gebraucht. Das annehmende Herz muss den kalten, klaren Kopf ausbalancieren – und umgekehrt passt der klare Kopf auf, dass das Herz keine Dummheiten anstellt und aus reiner Gutmütigkeit zu allem Ja und Amen sagt.

Es ist übrigens ein Irrglaube, dass jemand mit einem offenen Kopf und/oder offenem Bauch/Hara automatisch ein gutmütiger, alles annehmender Mensch ist. Alles ist möglich, auch das – aber das Herz muss in der Regel durch spezielle Übungen (zB Metta) aktiviert werden. Das war hier nicht nötig, denn das Herz war zuerst offen. Dann der Bauch-Nullpunkt und dann erst der Kopf. In der Folge war dann das zuletzt offene Zentrum am aktivsten: der Kopf. Erst nach und nach kam dann wieder das Herz dazu und balancierte den überklaren und überkritischen Kopf aus.

Der Kopf ist hier wie ein Laserstrahl, der ohne Rücksicht auf Verluste, alles durchleuchtet und meist sofort den Fehler oder Schwachpunkt findet, ohne dass darüber nachgedacht werden muss. Ich spreche zum Beispiel ab und zu mit einem Menschen, der viel mehr und viel länger mit Spiritualität zu tun hatte, als ich. Ich weiß nicht warum, aber er stellt mir oft Fragen, die er eigentlich selbst beantworten könnte. Und unmittelbar nach der Frage schießt die Antwort hier heraus.

Das geht so schnell, dass nicht einmal gesehen werden kann, woher die Antwort kommt. Mittlerweile weiß ich, dass es an der Verbindung liegt. Das Gegenüber hat eine temporäre Unklarheit, fragt und beantwortet sich die Frage selbst, indem er mich als Zwischenstation benutzt.

Das wird dadurch unterstützt, dass hier praktisch über nichts nachgedacht wird – und jeder Äußerung, die in so einem Gespräch durch den Mund dieses Körpers ausgesprochen wird, blind getraut wird. Mit anderen Worten: Es erfolgt keine Kontrolle, kein Hinterfragen, kein Bremsen. Frage-Antwort – in Nullzeit.

Das hat nichts damit zu tun, dass der hier Schreibende so intelligent wäre. Im Gegenteil, oft ist das Gefühl da, hohl und leer zu sein und nichts zu wissen, geradezu wie ein Nichts. Das wirkt aber nicht negativ, sondern aufgrund der immer anwesenden Qualität von Stille und Frieden, die mittlerweile derartig massiv sind, wie ein großer, tiefschwarzer Felsblock, ist das einfach nur wunderbar.

Das alles hat nichts mit dem Männchen zu tun, das gerade vor dem Bildschirm sitzend auf der Tastatur herum hackt. Das ist nur das sichtbare Fahrzeug. Es ist völlig unklar, warum dieses Männchen überhaupt auf der Tastatur herum hackt. Es hackt. Und wenn es nicht hackt, macht es etwas anderes oder gar nichts.

Leben: nichts, vibrierend, leuchtend schwarz, leuchtend weiß, tönend, still, friedlich…ewig fließend

Es kann aber auch das genaue Gegenteil davon sein: aufbrausend, zornig, wie ein 10-Sekunden-Hurricane. Stille-Bumm-Stille. Oder besser: Stille-Frieden, Stille-Bumm, Stille-Frieden. Warum? Weil Stille immer da ist, auch wenn “es fetzt“. “Fetzen” ist eigentlich “fetzende Stille“. Alles ist immer hier und jetzt, in einem ewig immer neuen Impuls. Etwas kommt, dann geht es wieder, unendlich in scheinbar immer neuen Variationen – und doch ist es immer das Gleiche.