Nur so funktioniert wirkliche Befreiung

Gut erklärt: Nur so funktioniert wirkliche Befreiung

Es sollte eigentlich klar sein, dass es keine Selbst-Befreiung ist, wenn ich einem anderen Menschen / Guru / Partei / Gruppe etc. hinterher renne, als vorher.

Selbstbefreiung fängt dann an, wenn ich aufhöre überhaupt jemandem hinterher zu rennen und selbst hinschaue, Fragen stelle – und basierend auf den Erkenntnissen mein Verhalten ändere. Wobei das Verhalten sich automatisch ändert, wenn etwas erkannt wurde.

Aber bei den meisten Menschen ist das nicht so, die sind so stark sozialisiert und konditioniert, dass sie sich automatisch nach den Nebenleuten / Nachbarn richten – bzw. nach dem, was ihnen die Eltern und Ausbilder vorgelebt haben. Die Sozialisierung und das Beharren auf dem erlernten Verhalten und dem der Anderen verhindert zuverlässig, dass hingeschaut wird und die Wahrheit durchdringt – und dann ändert sich natürlich auch kein Verhalten.

Der Wunsch, nicht mehr in der dicht gedrängten Herde mit zulaufen, kann nur aus einem selbst kommen, denn das impliziert automatisch, dass ich zum selbst-verantwortlichen Einzelgänger werde. Davor haben die meisten eine unglaubliche Angst, denn deren Selbstverständnis und Selbstwert basiert darauf, dass sie von anderen akzeptiert werden: “Ich bin nur dann gut, wenn die anderen sagen, dass ich gut bin“.


Und jetzt die Betrachtung aus der Selbsterkenntnis-Sicht:

Es gibt weder “ich“, noch “andere“, sondern nur ein Feld von selbst-erkennenden Wahrnehmungen (Bilder, Geräusche, Gerüche, Gedanken, Emotionen, Gefühle etc.) (mindstream). Wenn das gesehen wird, stellt sich nicht mehr die Frage nach Handlungen, denn dann wird auch gesehen, dass diese automatisch geschehen – als Ergebnis des eng vernetzten und interagierenden Beziehungsgeflechtes und der in jedem Durchlauf sich verändernden Daten.

Übertragen auf die Kinofilm-Analogie bedeutet das: Da ist ein Film (mindstream) mit multimedialen Wahrnehmungen (Bilder, Töne, Gerüche, Gefühle, Emotionen, Gedanken, etc.), die sich selbst wahrnehmen. Es gibt weder wirkliche Schauspieler in dem Film, noch Zuschauer – “der Film” (mindstream) produziert und sieht sich selbst. Wenn das wirklich gesehen werden kann, dann ergibt sich daraus buchstäblich: Alles gleich gültig / ungültig und nichts zu tun.

Ein Zen-Mensch würde sagen:
Vor der Erleuchtung: “Holz hacken und Wasser holen“.
Nach der Erleuchtung: “Holz hacken und Wasser holen“.

Der Zen-Mensch sieht “nachher“, dass “Holz hacken und Wasser holen” etwas ist, was aus dem Zusammenwirken sämtlicher in Existenz befindlicher Faktoren automatisch geschieht – also ohne “Agenten” oder “Macher“.

Der einzige wirkliche Unterschied zwischen “vorher” und “nachher” ist, dass der blaue Satz jederzeit klar gesehen wird. Zwar gibt es auch verschiedene Verbesserungen in Intuition, Psyche, Verstand, Klarheit etc. Aber das, was tatsächlich das Leiden beendet, ist genau das Sehen dieses Zusammenhanges.