Das Tor der Ischtar

Am Oben der Welt steht der Mitternachtsberg
Ewiglich wirkt sein Licht.
Des Menschen Auge kann ihn nicht sehen – und doch ist er da.
Über dem Mitternachtsberg strahlt die Schwarze Sonne.
Des Menschen Auge kann sie nicht sehen – und doch ist sie da.
Im Inneren leuchtet Ihr Licht.
Einsam sind die Tapferen und die Gerechten,
doch mit Ihnen ist die Gottheit.

Weiße Sonne, über der Welt Erde strahlend
du gibst des Tages Licht.
Schwarze Sonne, im Inneren von uns leuchtend
du schenkst die Kraft der Erkenntnis.
Besinnend des Reiches von Atland,
das hoch bei der Himmelssäule lag
ehe des Meeres Wut es verschlang.
Besinnend der klugen Riesen,
die jenseits von Thule kamen und lehrten.

Tiama, Tochter des hohen Himmels,
Prinzessin vom Ende der Welt,
Tiama, Wohltäterin Babels, die Du unser wurdest.
Von Dir kommt alle Wahrheit über Anfang und Ende,
von Dir stammt das Lied,
das die fremden weißen Vögel des Nordsterns(*) sangen,
welcher das Spiegelbild einer dunklen Sonne ist,
die niemand sieht, da sie in jedem scheint.
[Quelle]

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Fragendes Schauen

Wenn ich in die Stille SCHAUE, dann ist da immer ein Element des Fragens dabei. Es ist ein aktiv forschendes Gefühl dabei, nicht nur ein passives Schauen. Wenn man so SCHAUT und gleichzeitig nach unten sinkt, dann kommt man im Unterbauch an einen unendlich kleinen Punkt, der beim Näherkommen immer noch kleiner wird. Aus diesem Punkt emaniert deutlich „sichtbar“ schwarze Strahlung nach allen Seiten.

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Dichte Stille

Die STILLE, die hier beinahe ununterbrochen wahrgenommen wird, ist eine sehr dichte STILLE. Sie hat nichts mit Geräuschlosigkeit zu tun. Diese STILLE fühlt sich beinahe so an, als ob sie eine feste Substanz wäre. Man kann sie gar nicht falsch interpretieren, wenn man sie fühlt, weiß man, was sie ist.

Der Ton der Stille

Dieses Video ist vielleicht für den Einen oder Anderen sehr hilfreich. Vieles von dem, was er sagt, kann ich nur unterstreichen, auch das mit der Dauer. Nur habe ich nie meditiert, also eine Stunde am Tag gesessen und geübt. Ich habe ausschließlich im Alltag auf den Nada gehört. Am Anfang gelang es nur Minutenweise, mit der Zeit dann immer länger und der Wille, das zu schaffen stieg mit jeder Niederlage. Trotzdem schaffte ich es nicht, ihn wirklich dauerhaft zu halten. Selbst wenn es einen dreiviertel Tag lang gelang, kam ein Moment und ich war weg. Und es war die Verzweiflung darüber, dass ich das nicht konnte, die letztlich zum inneren Zusammenbruch führte. Heute könnte ich den Nada, wenn ich es denn wollte, ununterbrochen hören. Tatsächlich höre ich ihn auch ununterbrochen, denn er hat mich nie verlassen, obwohl ich ihn nicht mehr benötige. Der Nada ist da, die Gedanken sind weg – er hat sie ersetzt.

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Was ist das Ego?

Wer tut etwas, ist es das Ego oder das Leben? Das Ego kann gar nichts tun, es handelt sich dabei lediglich um Datenverarbeitung. Input, Process, Output – wobei der Output hier lediglich aus gedachten Worten besteht. Wenn also irgend etwas passiert, das nicht gedachte Worte sind, sondern echte Aktion, konkrete Handlung – dann kann das niemals der Verstand oder das Ego sein. Handlung benötigt Energie, Denken benötigt Energie – woher kommt diese Energie? Vom Leben – von der Lebenskraft.

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Bewusstseins-Management

Ich möchte einmal beschreiben, wie das Bewusstsein sich bei mir selbst managed. Das menschliche Bewusstsein ist normalerweise im Kopf angesiedelt. Bei fokussiertem Blick ist das Bewusstsein mehr vorne, hinter den Augen. Bei entspanntem Blick mehr mittig bis hinten. Dann gibt es noch die Region unterhalb des Scheitels, wo es möglich ist, intuitivere Gedanken zu erfassen.

Beim Anlegen der Zunge an den Gaumen rutscht es mehr nach hinten, teilweise bis hinter den Hinterkopf – beim Lösen der Zunge vom Gaumen wieder mehr nach vorne. Man kann also mit der Zunge sehr leicht und einfach die Energie- und Bewusstseinsverteilung im Kopf regulieren – ohne genau zu wissen, wie man das eigentlich macht. Bei mir geht das auch ohne Zunge – das habe ich bei Anadi gelernt. Das sind die gewöhnlichen Verweilorte – die aber den Nachteil haben, dass oft sehr viel Energie im Kopf ist.

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Handeln in STILLE

Richtig zu Handeln ist nichts anderes, als das Handeln einfach aus sich selbst heraus geschehen zu lassen – aus seiner eigenen STILLE heraus. Nachdem es ohnehin keinen Sinn des Lebens gibt, ist es auch egal, was und wie gehandelt wird – weil wir gar nicht wissen können, was die richtige Handlung ist. Vielleicht ist es im gegebenen Moment genau nicht richtig, einen Menschen sanft anzufassen – vielleicht braucht er dringend einen gewaltigen Arschtritt. Wer will das denn wissen?

Das gesamte Leben ist ein Zwang, weil es sich aus sich selbst heraus entfaltet – und der Mensch muss mit, ob er will oder nicht. Da es extrem ungünstig ist, sich aufzulehnen – denn das wird vom Leben unnachsichtig geahndet, zumindest ab einem bestimmten Punkt – lässt man es am besten laufen, wie es kommt. Aber darauf jetzt irgendwelche philosophischen Imperative aufzubauen ist völlig krank!

Wer solche Gedankengebäude aufbaut, ist längst aus sich selbst heraus gefallen. Philosophie ist kein Nicht-Wissen – es ist viel zuviel zu wissen, viel zu viel zu denken. Und es ist völlig egal, ob es sich dabei um einen christlichen, buddhistischen oder hinduistischen Denker handelt.

WAHRHEIT ist KEIN WORT.
Wahrheit ist nur ein Wort.
Was machen Philosophen daraus?
Millionen Worte ohne WAHRHEIT.

STILLE ist nicht Geräuschlosigkeit

STILLE ist ein SEINS-Zustand – DER SEINS-Zustand.

Stille hat auch nicht unbedingt etwas damit zu tun, dass Gedanken kommen oder nicht. Es kommen immer wieder mal Gedanken hoch, nicht allzu viele aber es kommen welche. Das ist nicht relevant, wenn man sie einfach nicht anfasst.

Das entscheidende Kriterium ist, ob der Verstand zwanghaft denkt oder nicht. Wenn er das tut, ist es sehr schwer, bis unmöglich, wirklich in der STILLE gegründet zu sein. Mit STILLE ist aber nicht Geräuschlosigkeit gemeint, sondern die  STILLE, die hinter den Dingen ist – auch hinter dem Denken. Wenn der Verstand wirklich still wird – ohne, dass noch irgend ein Bemühen da ist, ihn still zu machen – wenn er einfach so, von sich aus inaktiv ist – dann ist er ein perfektes Werkzeug. Dann steht er der tiefen Intuition nicht mehr im Wege, sondern unterstützt sie, indem er die hochkommende Wahrheit und Weisheit fleckenlos spiegelt.

Kontinuierliche Wahrheit

Man muss die Wahrheit ununterbrochen sehen können – zumindest, solange der Verstand immer wieder aufsteht. Ansonsten könnte es passieren, dass das gewonnene Terrain (Umfang der erkannten Wahrheit) schneller wieder vergessen wird, als es gewonnen wurde.

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