Einzelne sind real – Gruppen sind Illusion

Wie ich gestern schon schrieb – hat der freie Wille, beziehungsweise die Fähigkeit bewusste Entscheidungen zu treffen, nichts mit dem Ego-Ich zu tun, sondern bezieht sich auf das höhere Selbst, die Seele, die sich um ihre eigene Entwicklung kümmert. Es ist die Seele, die frei sein will, die sich an sich selbst annähern will und ganz in sich existieren will. Der normale Mensch will diese innere Freiheit nicht, weil dessen Seele noch schläft oder einfach noch nicht genug von der Unfreiheit des „äußeren Lebens“ hat.

So gesehen existieren solche „normalen Menschen“ (noch) nicht wirklich, denn wirkliche Existenz ist innen, ist geistig-seelisch-energetisch, nicht physisch. Da der normale Mensch kein Innen-Leben hat, keine innere Freiheit und das auch nicht will, wendet er sich konsequent der kollektiven Unfreiheit im „Außen“ zu – die nichts anderes ist, als sich konform zu allen anderen „Menschen-Bildern“ in seinem Umfeld auszurichten, denn für ihn gibt es nur das.

Diese freiwillige Ausrichtung mit der Umgebung führt dann zu öffentlichen Demonstrationen der Einheit (Deutschland, Nordkorea) und öffentlichem Trauern, wenn der „geliebte Führer“ stirbt. Dabei ist es völlig klar, dass es im „Außen“ niemals eine Einheit geben kann, denn der Mensch und die Außenwelt sind nur Erscheinungen im Bewusstsein jedes Einzelnen.

Es gibt nur Einzelne, keine Gemeinschaft und keine Gruppe – mehr als Einer ist immer Illusion!
Einheit kann es nur geben zwischen der Seele und ihrem Erzeuger, der Quelle.

Politische und gesellschaftliche Aufklärung kann niemals die Adressaten erreichen, denn zuerst muss einer innen angekommen sein, sein inneres Leben erkannt und lieben gelernt haben, um für Änderungen offen zu sein. Das Erschaffen der Aufklärung ist aber notwendig, um sich selbst vom Wahn des Gruppendenkens und der eigenen Veräußerung zu kurieren. Man darf nur nicht dem Wahn verfallen, dass das etwas mit anderen zu tun hat. Alle großen Werke haben immer nur der Befreiung desjenigen gedient, durch den hindurch sie geäußert wurden – denn sie kommen nie vom Menschen, immer von dem, der den Menschen in seinem Bewusstsein erzeugt – der Seele und deren Erzeuger, der Quelle allen Seins.

Jeder „freie Mensch“ tut das und muss das tun, was seine Seele in ihrer Entwicklung anstrebt. Man erkennt das immer wieder an den sogenannten „großen Menschen“ – also Menschen, welche aufgrund ihres Schaffensdranges und ihrer Wahrheitsliebe über alle anderen hinaus ragen, wie ein sehr langer Grashalm am Rande eines sehr kurz gemähten Rasens, an einer Stelle, an der der Rasenmäher nicht hin kommt. Solche Menschen sind Leuchttürme der Wahrheit – sie erleuchten mit ihrem Licht die dunkle Masse – die aber gar nicht erleuchtet werden will.

Es hat ein wenig gedauert, aber nun kann ich sehen, dass die Richtung des innere Schaffensdranges nicht bei allen gleich ist und sich durchaus mit unterschiedlichen Themen befassen kann. Bei dem Einen ist es vielleicht mehr die politische und gesellschaftliche Ausrichtung, bei anderen die Kunst, die Wissenschaft oder die Selbst-Erkenntnis – an der er lernt und sich entwickelt. Bei mir ist es völlig eindeutig, wo meine innere Kraft – also ICH – hin will, ich kann das nicht verleugnen, denn es drängt aus jeder Pore nach außen…

Das folgende Video passt zum gestrigen Beitrag über die Natur des Handelnden.

Hier geht es unter anderem um pure me und wie es mit Hilfe der inneren Aufmerksamkeit gebildet und verkörpert wird.