Selbst-Erinnerung

Selbst-Erinnerung: Was ist das? Es ist die ununterbrochene Wahrnehmung des Bewusst-Seins. Es fühlt sich an, wie ein ununterbrochener Strom der Wahrnehmung, eine sich selbst wahrnehmende Wahrnehmung – immer neu, von Moment zu Moment. Das Bewusstsein nimmt dabei seine eigene Subjektivität wahr. Wer das wirklich dauerhaft kann, für den ist die Beherrschung des Denkvorganges nur noch ein Fingerschnippen, denn er ist ununterbrochen mit sich selbst verbunden, nimmt sich selbst wahr und weiß um sich selbst. Wie sollte sich da ein unbewusster Gedanke einschleichen können, ohne dass dies sofort bemerkt und unterbunden wird?

Selbst-Erinnerung ist ein Ergebnis niedrigerer Selbst-Erkenntnis und die Grundlage höherer Selbst-Erkenntnis. Der Charakter der Selbst-Erinnerung wandelt sich mit fortschreitender Übung. Am Anfang nimmt man nur das Bewusst-Sein an sich wahr und bleibt dabei (Präsenz). Dann kommt man langsam dahin, zu erkennen, dass das Bewusst-Sein subjektiv ist und dass man dessen Subjektivität fühlen kann. Wenn das gemeistert ist, muss man sich die diversen Referenzpunkte (bewusstes ICH, reines ICH…) vornehmen und einen nach dem anderen aktivieren, deren Subjektivität ununterbrochen fühlen und verkörpern und in Richtung Absolutes entspannen (Hingabe)

Am Anfang steht die Selbst-Erinnerung des einfachen Bewusst-Seins als Präsenz. Am Ende steht die Selbsterinnerung eines Netzwerkes an Referenzpunkten, die alle gleichzeitig als ICH BIN erlebt werden – und die sich alle an das Absolute hingeben, so dass sie zur Hälfte „hier“ existieren (individuelle Präsenz) und zur anderen Hälfte „dort“ (individuelle Absenz). Aber in Wirklichkeit gibt es weder „hier„, noch „dort„, sondern nur ein einziges Ganzes, das in sich eine unendliche Vielfalt individueller Unterteilungen schafft.

Soweit ich es momentan überblicken kann, besteht die Einheit zwischen „hier“ und „dort“ aus 50% individueller Präsenz (universelle Absenz) und 50% individueller Absenz (universelle Präsenz).

Nachtrag: Ich habe gerade ein Video von Anadi gefunden, das sich mit dem Zustand jenseits des Verstandes beschäftigt – der nicht etwa den Endpunkt der Suche darstellt, sondern den Anfangspunkt.