Übergangs-turiya

Ich habe bei Anadi einen Artikel gefunden, in dem der Zustand, den ich am 27.12. erlebte, genau beschrieben wird. Er nennt ihn „Transitional-Turiy-State“ – Übergangs-Turiya-Zustand. Hier ist der Link zum Artikel von Anadi.

Ab dem zweiten Absatz unter der Überschrift „Waking-turiya“ findet sich der folgende Text, den ich hier in deutsch übersetzt habe:

Übergangs-turiya ist ein Zwischen-Zustand, der zwischen Wachen und Schlaf, an der Schwelle des Schlafes erlebt wird. Es wird zum Beispiel beim Einschlafen erlebt, im Halbschlaf oder wenn man allmählich aufwacht. Die Dimension des Übergangs-turiya ist ebenso wichtig wie die beiden anderen (Wach-turiy und Schlaf-turiya) und wir sollten diesen Zustand nicht unterschätzen, nur weil es ein Übergang ist. Es ist ein Übergang, weil es sich sich auf den Zustand der Veränderung bezieht, wenn man sich in und aus dem Schlafzustand bewegt – aber es ist auch ein gültiger Zustand an sich. Übergangs-Turiya kann auch in der Meditation mit geschlossenen Augen erlebt werden, wenn man ganz natürlich näher an die Schlafschwelle heran kommt. Die Schwelle des Schlafes ist nicht nur ein Durchgang, sondern ein klar bestimmbarer Zustand. Es ist eine kaum bekannte, verborgene Tür zum inneren Bereich des absoluten Ich-Bin, was ein anderer Name für die innere Dimension der Schöpfung ist; Die Schlafschwelle ist die natürliche Umgebung des Übergangs-turiya.

Was unterscheidet Übergangs-turiya vom Schlaf-turiya? Im Übergang-turiya, wie bei allen Arten von turiya, ist die dynamische, reine Aufmerksamkeit in Samadhi im immanenten Ich-Bin, und es gibt eine vollständige Vereinigung mit dem Ur-Ich-bin (primordial I am). Anders als im Schlaf-turiya, bleibt die reine Intelligenz im Übergangs-turiya jedoch klar, auch wenn unser normales Wachbewußtsein entweder ganz oder teilweise suspendiert ist, was die Wahrnehmung der physischen und sensorischen Wirklichkeit einschließt. Es ist eine faszinierende Situation und eine wichtige Gelegenheit; Es ist, als wäre man der Welt gestorben, und doch kann man nicht nur seine Existenz eindeutig erkennen, man behält auch die Fähigkeit zu denken, zu kontemplieren und die inneren Bereiche der immanenten und transzendenten Subjektivität zu betrachten und zu erforschen. Tatsächlich kann man sogar in das Geheimnis des absoluten Ich-Bin reisen.

Wenn wir in Samadhi an der Schlafschwelle ankommen, wird uns die Tür zum inneren Universum offenbart. Wir können auch im Wachzustand einen Samadhi im absoluten Ich-Bin erleben – aber er hat dann eine ganz andere Qualität, weil wir notwendigerweise mit dem Wachbewusstsein identifiziert sind. Wir können nicht völlig auf der anderen Seite leben, sonst könnten wir in der äußeren Welt nicht mehr funktionieren.

In diesem Sinne ist Übergangs-turiya mächtiger als Wach-turiya, weil unser ganzes Bewusstsein verinnerlicht ist, und wir daher mehr Kraft gewinnen, um in das innere Reich einzudringen. Es ist auch mächtiger als Schlaf-turiya, weil es keine Intelligenz im Schlaf gibt, da Ur-Ich (primordial I) dann im Zustand der transzendentalen Ruhe ist. Wachzustand-turiya wird erlebt in der Welt des Universalen Ich-Bin, Übergangs-turiya in der Welt des absoluten Ich-Bin, und Schlaf-turiya in der Welt des Ur-Ich-bin. Darin gibt es keinen Widerspruch: In allen drei Modi des turiya genießt das Ur-Ich die vollkommene Einheit mit dem absoluten Ich-Bin und dem Ur-Ich-Bin.

Um wirklich in das innere Universum eintreten zu können, muss die Seele durch die letzte Schranke des universellen Unterbewusstseins gehen, das zwischen der wachenden Dimension und dem absoluten Ich-Bin steht. Normalerweise geht alles, was in das Gebiet des universellen Unterbewusstseins eintritt, in den astralen Ebenen des fragmentierten Bewusstseins verloren. Die Herausforderung besteht also darin, in die Schlafschwelle einzutreten, ohne im universellen Unterbewußtsein abgelenkt zu werden. Dazu geht man nicht über die Astralebene, sondern wählt einen anderen Weg, der die Falle des Eintritts in diese Ebene vermeidet. Wenn es gelingt, die Versuchung des „Dämons“ der unterbewußten Unterwelt zu umgehen und so die Welt der einlullenden Träume zu vermeiden, öffnet sich die verborgene Tür zum Universum des absoluten Ich-Bin.

Schlaf ist die Tür zum absoluten Ich bin – aber diese Tür wird von zwei mächtigen „Dämonen“ bewacht: dem „Dämon“ der Unterwelt (universales Unterbewusstsein) und dem „Dämon“ der universellen Unbewusstheit. Der erste „Dämon“ verführt uns in die Welt der Träume und Alpträume, und der zweite nimmt unser Bewusstsein ganz weg und löst es wieder in der Matrix auf, indem er uns auf „nichts“ reduziert. Unterjochung oder Umgehung dieser beiden „Dämonen“ ist der einzige Weg, um in das innere Universum des absoluten ICH BIN zu gelangen.

Begriffe/Glossar
Ur-Ich-Bin = Primordial I am
Ur-Ich = Primordial I


Ich stand also am Rand des Schlafes, ohne über den Rand zu rutschen und erlebte über mehrere Stunden die innere Dimension des absoluten ICH BIN, der individuellen Leere in mir, die eine Spiegelung der universellen Leere darstellt. Und da es ein Übergangszustand ist, war zwar die Wahrnehmung der Welt und des Körpers bereits weg – aber die innere Wahrnehmung und die Intelligenz-Funktionen waren noch da.

Der Übergangs-turiya tritt ein, wenn mindestens die vorderen Zentren des bewussten Ich in Samadhi (tief entspannt) sind und man sich von der reinen Aufmerksamkeit ins Zentrum des Bewusstseins ziehen lässt, indem man sich an ihr (ihrer Identität, ICH) fest hält. Dann bleibt das Bewusstsein klar und es kommen keine Gedanken und keine Traumbilder auf. Wenn doch welche aufkommen, entspannt man die Zentren erneut und lässt sich von der Identität der inneren Aufmerksamkeit wieder ins Zentrum des Bewusstseins ziehen – bis sich die „Blüte der schwarzen Rose“ öffnet und man in sie hinein sinkt.

Die „Astralebene„, von der oben die Rede ist, tritt dagegen dann auf, wenn der visuelle und mentale Beobachter nicht nach unten entspannt sind. Dann treten zwangsläufig Gedankenfetzen und Traumbilder auf, oft auch Gefühle des Fliegens oder Schwebens, Körperzuckungen oder Vibrationen – die einen immer weiter vom klaren Bewusstsein weg ziehen. Das muss vermieden werden, indem der mentale Apparat komplett unten gehalten wird.

Generell gilt, dass das Bewusstsein im Kopfraum erfahren werden muss. Oberhalb des Kopfes ist die unbewusste Ebene angesiedelt und wenn das Bewusstsein in tieferen Bereichen um den Kopf herum erfahren wird, dann gilt es als „spaced-out„. Daher müssen die Zentren in Samadhi sein, damit eine maximale Verankerung im Kopfraum vorhanden ist und gleichzeitig die Präsenz mit Absenz ausbalanciert wird, was auch den mentalen Apparat deaktiviert.