Weltanschauung?

Es scheint tatsächlich Leute zu geben, die glauben, dass das, was ich hier schreibe so etwas wie eine „philosophische Weltanschauung“ ist. Also ein theoretischer Konstrukt, um sich die Welt zu erklären, ähnlich dem, wie verkopfte Philosophen vorgehen. Alleine schon die Vorstellung, bringt mich zum Lachen. Ich kannte das bisher nur von GLR, der auch immer wieder von „Philosophen“ gründlich missverstanden wurde.

Es war ja auch schon zu Zeiten von Heraklit so, dass er, ein Praktiker, Beobachter und Entdecker innerer Gegebenheiten, als „Philosoph“ angesehen wurde. Aber Philosophen sind Menschen, die nicht beobachten, die nicht in sich suchen und finden, sondern sich ihre Lösungen und Weltanschauungen erdenken. Und da sie ihn nicht verstehen konnten, nannten sie ihn den „Dunklen“. Sinnigerweise ist das, was Heraklit schrieb, keinesfalls dunkel und unverständlich – es könnte gar nicht klarer sein! Das kann aber nur jemand erkennen, der nicht aus seinen Gehirnwindungen schaut.

Das, um was es hier geht, hat nicht das geringste mit „theoretisieren“ zu tun, sondern statt dessen mit dem Auffinden innerer Gegebenheiten und mit persönlichen Erfahrungen. Die innere Wahrheit kann man nur mittels persönlicher Erfahrung erkunden! Es ist aber einfach so, dass ich viele Dinge zuerst nur erahnen kann und sie erst mit der Zeit deutlicher werden. Das ist so ähnlich, wie wenn man etwas aus weiter Entfernung sieht – dann kann man auch nicht direkt erkennen, um was es sich handelt. Wenn man dann länger konzentriert schaut, dann scheint das Beobachtete deutlicher zu werden.

Wenn so etwas passiert, dann schreibe ich oft darüber oder mache ein Video und versuche mich damit der Beobachtung gefühlsmäßig anzunähern. Da ich meist intuitiv schreibe, spüre ich beim Schreiben, ob das, was da geschrieben wird, dem entspricht, was ich gesehen habe. So in etwa kann man diesen Prozess wohl beschreiben. Das hat absolut nichts mit theoretisieren oder nachdenken zu tun, sondern mit lauschen und fühlen. Darum ist das Motto dieser Seite auch nicht „Über das Leben nachdenken“ sondern „Dem Leben lauschen“.

Und noch eines: Wer glaubt, dass der Verstand oder das Gehirn die Verursacher geistiger Phänomene sind, der glaubt auch, dass der Hundehaufen den Hund hervorgebracht hat.

Ich gedenke nicht, über dieses Thema erneut zu schreiben – das würde mich nur in ein sinnloses Aktion-Reaktions-Schema hinein ziehen, worauf ich nicht die geringste Lust habe. Ich sage was ich fühle und was ich zu sagen habe – und es juckt mich nicht, wenn sich irgendein Verstand Gedanken darüber macht…