Die Praxis

Die Erklärungen, die in den letzten Beiträgen geliefert wurden, sind sozusagen das theoretische Rüstzeug, um überhaupt zu verstehen, was ein Mensch mit der Welt und dem Leben zu tun hat und was die Dinge hervorbringt und steuert und was nicht. Ich habe versucht, das aus meiner Sicht und Erfahrung so klar wie möglich zu beschreiben.

Was Gerd-Lothar in obigem Audio sagt, ist ein Teil der Praxis. Es geht dabei nicht um Meditation oder sonstige esoterische Praktiken, sondern Du fängst genau da an, wo Du stehst und fragt Dich: Wer bin ich? Wo bin ich? Was habe ich jetzt zu tun? Was ist in Unordnung? Kann ich meinen Lebensunterhalt bestreiten oder lebe ich von Stütze? Das sind die Fragen, die Dich betreffen, die Du Dir stellen und beantworten musst – um anschließend konsequent zu handeln. Das ist das, was Du tun kannst, um Dein Leben in Ordnung zu bringen und zur Ruhe zu kommen. Dafür ist keinerlei Vorbereitung oder besonderes Wissen nötig. Du fragst einfach: was stimmt nicht? und bringst es in Ordnung.

Unruhe basiert immer darauf, dass die Dinge, die Dich betreffen in Unordnung sind. Um Ordnung zu schaffen fängst Du einfach an einer Stelle an und arbeitest Dich vor, bis alles in Ordnung ist. Wenn Du dann aufgeräumt, vorgesorgt und Deine Finanzen in Ordnung gebracht hast, kannst Du, wenn Du das willst auch mit Deinen Mitmenschen sprechen, einen Blog schreiben oder Videos machen. Da solltest Du Dich aber nicht zwingen – wenn es richtig ist, wird es einfach geschehen.

Wer glaubt, dass er die Welt verändern kann, der irrt. Das ist nicht möglich – es ist nicht einmal möglich, die Eigenschaften oder den Charakter des Körpers zu ändern. Wenn so etwas dennoch passiert, dann wurde das durch tiefgreifende Ereignisse ausgelöst, aber nicht durch den sogenannten freien Willen.

Das eigene Leben in Ordnung zu bringen, wird zu einer gewissen Beruhigung Deiner Verstandesaktivitäten führen. Davon ausgehend besteht dann die Chance, näher bei Dir nachzuforschen, zum Beispiel mit den Fragen: Wer bin ich? Bin ich dieser Körper? Bin ich der Beobachter des Körpers und der Welt? Bin ich vielleicht sogar das Leben? Wer bin ich?

Das Ziel dieser Fragen ist nicht, irgendwo anders hinzukommen, sondern bei Dir selbst anzukommen und die Vorstellungen des Verstandes bezüglich der Person, des Körpers und der Welt aufzudecken. Das ist die Praxis. Man kann viele Worte darum machen – aber letztendlich muss jeder, der dazu bestimmt ist, diesen Weg selbst gehen und sehen, wo es ihn hin bringt.

Aus übergeordneter Sicht geht niemand irgend einen Weg – alles, was geschieht, muss genauso geschehen und das Leben spielt dieses Spiel nur mit sich selbst. Das nutzt Dir aber gar nichts, solange Du im Verstand und seinen Vorstellungen festhängst. Erst, wenn Du da raus bist und an der Quelle der Gedanken – der Stille – ankommst, erst dann, öffnet sich der höhere Blick auf die Dinge und dann fängst Du wirklich an zu begreifen… Hier fängt das Denken an, das nicht darin besteht, Gedanken zu produzieren, sondern darin die Eingebungen des Lebens zu empfangen und zu verstehen. Wahres Denken ist passiv (lauschen), nicht aktiv.

Am Schluss erkennst Du dann, dass du nichts neues gewonnen hast, sondern einfach da bist, wo Du schon immer warst: ganz bei Dir selbst. Dann wirst Du Dich fragen, wie Du nur die ganze Zeit so blind gewesen sein kannst. Aber so ist eben das Spiel.